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Berlin Marathon 2026: Favoriten, Feld und Rekordchancen

Tigist Assefa kehrt nach Berlin zurück, Sabastian Sawe zieht zurück: Der Berlin Marathon 2026 verspricht ein offenes, schnelles Rennen am 27. September.

A runner in full stride passes beneath the Brandenburg Gate's columns in golden morning light.

Tigist Assefa: Rückkehr an den Ort ihrer Legende

Es gibt Strecken, die einem Athleten gehören. Für Tigist Assefa ist das Berlin. Im September 2023 lief die Äthiopierin hier in 2:11:53 Stunden einen Weltrekord, der die Marathonwelt erschütterte. Kein Adidas-Schuh, keine günstige Wetterlage. Einfach eine Läuferin in absoluter Bestform auf dem perfekten Kurs.

Jetzt kommt sie zurück. Und das allein macht den Berlin Marathon 2026 am 27. September zu einem der meistbeachteten Laufsportereignisse des Jahres. Assefa ist nicht nur die Titelverteidigerin des Weltrekords, sie ist auch die Frau, die zeigen will, dass ihr Lauf von 2023 kein Ausreißer war. Nach einem Jahr mit Verletzungspausen und einem enttäuschenden Olympiaauftritt steht Berlin für sie für Wiedergutmachung und Neuanfang.

Das Frauenfeld rund um sie ist stark besetzt. Mehrere Athletinnen aus Äthiopien und Kenia haben in den letzten 18 Monaten Zeiten unter 2:15 Stunden gelaufen und werden bereit sein, Assefa herauszufordern. Aber die Favoritin ist klar. Wer am 27. September in Berlin am Start steht, wird zuerst nach ihr suchen.

Sawe zieht zurück, das Männerfeld öffnet sich

Sabastian Sawe hält seit seinem spektakulären Lauf den Weltrekord der Männer. Sein Name auf der Startliste hätte das Rennen in eine andere Dimension gehoben. Doch der Kenianer hat seinen Start zurückgezogen, und das verändert die Dynamik im Männerfeld grundlegend.

Das bedeutet nicht, dass das Feld schwach ist. Ganz im Gegenteil. Ohne den klaren Favoriten wird das Rennen taktisch offener und gefährlicher. Läufer, die sonst im Schatten eines Weltrekordhalters geblieben wären, bekommen jetzt ihre Chance. Namen wie Milkesa Mengesha, der in Tokyo und Berlin schon bewiesen hat, dass er auf schnellen Kursen brillieren kann, rücken in den Vordergrund.

Auch Benson Kipruto und mehrere aufstrebende Kenianer unter 24 Jahren sind im Gespräch für die Startliste. Berlin zieht diese Generation magisch an. Der Kurs verspricht schnelle Zeiten, die Atmosphäre ist unvergleichlich, und ein Sieg hier hat Gewicht. Ohne Sawe geht es jetzt darum, wer die Lücke füllt. Und das könnte zu einem der offensten Männerrennen der letzten Jahre werden – zumal Studien zeigen, dass Männer deutlich häufiger gegen die Wand laufen als ihre weiblichen Konkurrentinnen.

Warum Berlin immer wieder Weltrekorde produziert

Kein anderer Marathonkurs der Welt hat so viele Weltrekorde gesehen wie Berlin. 13 Weltrekorde wurden hier bisher aufgestellt, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Warum Berlin der schnellste Marathonkurs der Welt ist, lässt sich auf das Zusammenspiel aus Streckendesign, Klima und Organisation zurückführen, die gemeinsam ein nahezu perfektes Rennen ermöglichen.

Der Kurs ist bekannt für sein flaches Profil. Vom Start am Tiergarten bis ins Ziel vor dem Brandenburger Tor gibt es kaum nennenswerte Höhenunterschiede. Die breiten Straßen erlauben große Pacemaker-Gruppen, die über lange Strecken konstantes Tempo halten können. Kein Enge-Problem, kein Gedränge in den ersten Kilometern. Das macht es Läufern leichter, in ihren Rhythmus zu finden und ihn zu halten.

Dazu kommt der September in Berlin. Die Temperaturen liegen meist zwischen 10 und 16 Grad, die Luftfeuchtigkeit ist moderat. Das ist das ideale Fenster für Ausdauerleistungen auf höchstem Niveau. Viele andere großen Marathons kämpfen mit Hitze, Wind oder Regen. Berlin bekommt es in den meisten Jahren genau richtig. Wenn alles stimmt, also Form, Feld, Pacing und Wetter, dann passiert hier etwas Historisches. Das wissen alle, die am 27. September an den Start gehen.

  • Flaches Streckenprofil: Minimale Höhenunterschiede auf den gesamten 42,195 Kilometern
  • Breite Straßen: Ermöglichen große, strukturierte Pacemaker-Gruppen
  • Septemberwetter: Historisch kühl, trocken und nahezu windstill
  • 13 Weltrekorde: Mehr als bei jedem anderen Marathonkurs der Welt
  • Starkes Elitefeld: Berlin zieht Jahr für Jahr die schnellsten Läufer der Welt an

Was dich am 27. September erwartet

Berlin ist nicht nur ein Eliterennen. Rund 50.000 Läuferinnen und Läufer aus über 100 Ländern nehmen jedes Jahr teil. Das macht es zu einem der größten Stadtmarathons der Welt. Der Tag gehört allen, vom Weltrekordversuch an der Spitze bis zum ersten Marathon in der Hobbygruppe hinten im Feld.

Für das Elitefeld wird das Tempo von Beginn an hoch sein. Wenn Assefa in Bestform antritt und die Bedingungen stimmen, ist eine Zeit unter 2:12 Stunden im Bereich des Möglichen. Im Männerfeld hängt viel davon ab, wer die Initiative ergreift und ob eine Gruppe zusammenfindet, die gemeinsam auf Weltrekordkurs gehen kann. Ohne Sawe ist das Rennen offen, und offene Rennen produzieren manchmal die größten Überraschungen.

Wer Laufsport liebt, sollte den 27. September 2026 im Kalender rot markieren. Nicht nur wegen Assefa, nicht nur wegen des Weltrekordpotenzials, sondern weil Berlin als Bühne einfach unschlagbar ist. Die Stadt, der Kurs, die Geschichte. Es gibt keinen besseren Ort, um zu verstehen, wozu Menschen im Marathon fähig sind.