Der 21. April 2026: Was du über die 130. Ausgabe wissen musst
Der Boston Marathon 2026 findet am Montag, dem 21. April statt. Es ist die 130. Ausgabe des ältesten jährlichen Marathons der Welt, und das Starterfeld verspricht eines der aufregendsten Rennen seit Jahren. Rund 30.000 Läufer aus 137 Ländern gehen an den Start, vom Weltklasse-Profi bis zum qualifizierten Age-Group-Runner.
Das Rennen beginnt in Hopkinton, Massachusetts, und endet nach 42,2 Kilometern auf dem legendären Boylston Street in Boston. Die Strecke ist netto bergab, was auf den ersten Blick schnell klingt. Wer sie aber kennt, weiß: Der Schein trügt. Zwischen Meile 17 und 21 warten die berüchtigten Newton Hills, ein langer, zermürbender Anstieg, der selbst gut trainierte Läufer in die Knie zwingt. Der sogenannte Heartbreak Hill ist nicht der steilste Punkt der Strecke, aber nach 30 Kilometern Rennen fühlt er sich wie eine Wand an.
Der Startschuss für die Elite-Männer fällt um 09:02 Uhr Ortszeit, die Elite-Frauen starten kurz danach. Wenn du die Rennen live verfolgen willst, lohnt sich ein früher Wecker. Die Atmosphäre in Boston ist einzigartig, von den jubelnden Studenten in Wellesley bis zur brodelnden Menschenmenge auf dem Boylston. Kein anderer Marathon hat diese Energie.
Das Männerfeld: Tiefe wie nie zuvor
Sechzehn Männer mit einer persönlichen Bestzeit unter 2:06 Stunden gehen 2026 in Boston an den Start. Das ist historisch. Einen Favoriten auszumachen ist fast unmöglich, denn der Abstand zwischen Platz 1 und Platz 10 könnte am Ende weniger als eine Minute betragen. Wer zu Beginn zu risikofreudig läuft, kann in den Newtons brutal abgestraft werden.
Im Mittelpunkt steht Benson Kipruto. Der Kenianer hat die schnellste persönliche Bestzeit im Feld: 2:02:16 Stunden. Noch wichtiger ist seine aktuelle Form. Kipruto hat zuletzt in Chicago, dann in Boston und danach in New York gewonnen. Sollte er auch dieses Jahr in Boston triumphieren, wäre das eine außergewöhnliche Leistung in der Geschichte des Marathonlaufs. Kein Läufer hat diese Abfolge zweimal hintereinander abgeliefert. Er jagt eine Sequenz, die es so noch nie gegeben hat.
Kiprutos größter Konkurrent könnte John Korir sein, der amtierende Champion. Korir gewann Boston 2025 in 2:04:45 Stunden und brachte dabei eine Streckenkenntnis mit, die nicht zu unterschätzen ist. Seine persönliche Bestzeit liegt bei 2:02:24 Stunden, aufgestellt in Valencia. Korir ist kein Läufer, der durch reine Geschwindigkeit überwältigt, sondern durch Taktik und mentale Stärke. In Boston, wo das Rennen oft erst nach Kilometer 32 wirklich entschieden wird, ist das genau die richtige Waffe.
Die amerikanische Geschichte: Conner Mantz und der US-Rekord
Für amerikanische Fans gibt es in diesem Jahr einen besonderen Grund zur Vorfreude. Conner Mantz hat beim Chicago Marathon 2025 den US-amerikanischen Rekord auf 2:04:43 Stunden verbessert. Er ist damit nicht nur der schnellste US-Amerikaner aller Zeiten über die Marathondistanz, sondern auch einer der wenigen Amerikanern, die realistisch um einen Podiumsplatz in Boston kämpfen können.
Boston hat eine lange Tradition amerikanischer Helden, aber Podiumsplätze gegen das aktuelle ostafrikanische Starterfeld sind schwer erkämpft. Mantz bringt die Form mit. Entscheidend wird sein, wie er die Newtons verwaltet und ob er den frühen Rhythmus des Rennens nicht mitspielt, wenn andere zu schnell loslaufen. Ein kontrollierter Start bis Kilometer 30 und dann volle Kraft, das ist der Plan, der in Boston funktioniert.
Mantz ist kein Unbekannter auf dem US-Marathon-Parcours. Er hat sich systematisch an die Weltspitze herangearbeitet, und Boston 2026 ist der bislang größte Test seiner Karriere. Das amerikanische Laufpublikum wird laut sein, wenn er den Boylston hinunterläuft. Ob es für eine Medaille reicht, wird sich in den Newton Hills entscheiden — wer die spezifische Vorbereitung auf die Newton Hills kennt, weiß, wie entscheidend exzentrisches Training in den Wochen davor ist.
Das Frauenrennen: Lokedi gegen O'Keeffe
Auf der Frauenseite ist die Ausgangslage klar, aber deswegen nicht weniger spannend. Sharon Lokedi kehrt als amtierende Championin zurück und hält seit 2025 den Streckenrekord in Boston mit 2:17:22 Stunden. Die Kenianerin läuft mit einer Geduld und Effizienz, die in Boston besonders wertvoll ist. Sie kennt die Strecke, sie kennt das Rennen, und sie hat gezeigt, dass sie in den entscheidenden Momenten die Kraft hat, das Tempo zu erhöhen.
Die größte Herausforderin kommt aus den USA. Fiona O'Keeffe hält den Weltrekord im Frauenmarathon mit 2:22:08 Stunden. Das macht sie auf dem Papier zur schnellsten Frau im Feld. Boston ist aber nicht nur ein Rennen gegen die Uhr, sondern gegen eine Strecke, gegen das Wetter und gegen die anderen Läuferinnen. O'Keeffe muss beweisen, dass sie ihren Weltrekord auch in einem taktischen Rennen mit kompetitivem Starterfeld in eine Medaille ummünzen kann.
Das Duell zwischen Lokedi und O'Keeffe hat das Potenzial, das aufregendste Frauenrennen in Boston seit Jahren zu werden. Beide sind in Topform, beide haben in den letzten zwölf Monaten Maßstäbe gesetzt. Wer von den beiden das bessere Renneinteilung wählt und die Newtons ohne Einbruch übersteht, wird am Boylston die Oberhand haben. Vier Titelverteidigerinnen und Titelverteidiger sind insgesamt am Start, was dieses Jahr zusätzliche Spannung erzeugt — ähnlich wie beim Rotterdam Marathon 2026, der ebenfalls mit einem starken internationalen Starterfeld aufwartete.
- Benson Kipruto (KEN): schnellste PB im Männerfeld, 2:02:16 Stunden, jagt die historische Titelfolge
- John Korir (KEN): amtierender Champion, PB 2:02:24 Stunden, starke Streckenkenntnisse
- Conner Mantz (USA): US-Rekordhalter, 2:04:43 Stunden, kämpft um Podium
- Sharon Lokedi (KEN): amtierende Championin, Streckenrekord 2:17:22 Stunden
- Fiona O'Keeffe (USA): Weltrekordhalterinnen, 2:22:08 Stunden, größte Herausforderin