Kapstadt tritt dem Kreis der Großen bei
Es ist offiziell: Der Sanlam Cape Town Marathon ist das achte Mitglied der Abbott World Marathon Majors. Damit reiht sich Kapstadt neben Tokio, Boston, London, Berlin, Chicago, New York und Sydney ein. Ein Moment, der die Laufwelt nachhaltig verändern wird.
Was diesen Schritt so besonders macht: Es ist das erste Mal in der Geschichte der Serie, dass ein Rennen auf dem afrikanischen Kontinent diesen Status erhält. Für Millionen von Läuferinnen und Läufern weltweit bedeutet das eine völlig neue Destination auf ihrer Bucket-List. Und für Afrika selbst ist es eine Anerkennung, die längst überfällig war.
Ab der Ausgabe 2027 trägt der Cape Town Marathon offiziell das Major-Label. Das ist nicht nur ein Titel. Es bedeutet internationale Aufmerksamkeit, höhere Teilnehmerzahlen und eine ganz neue Dimension für den Laufsport auf dem Kontinent.
Der Weg zur Anerkennung war alles andere als einfach
Hinter dem Aufstieg steckt eine Geschichte mit echten Rückschlägen. Die 2025er-Ausgabe des Cape Town Marathons wurde abgesagt. Extremes Wetter machte eine sichere Durchführung unmöglich. Für eine Bewerbung um den Major-Status war das ein kritischer Moment. Viele hätten nach einer solchen Absage gezögert.
Stattdessen nutzte die Organisation die Zeit, um sich neu aufzustellen. Das Rennen 2026 wurde zur entscheidenden Bewährungsprobe. Die Veranstalter wussten: Dieser Lauf würde unter dem Mikroskop der Abbott-Evaluatoren stattfinden. Alles musste stimmen. Von der Streckenführung über die Versorgungspunkte bis hin zur Zuschauerführung und dem gesamten Raceday-Erlebnis.
Und es hat funktioniert. Die 2026er-Ausgabe überzeugte auf ganzer Linie. Die Veranstalter lieferten genau das ab, was von einem World Marathon Major erwartet wird: ein durchorganisiertes, emotionales und weltklassiges Rennerlebnis. Die Aufnahme in die Serie war die logische Konsequenz daraus.
Was Kapstadt als Renndestination so einzigartig macht
Wer schon einmal in Kapstadt war, weiß: Diese Stadt braucht keine Werbung. Der Tafelberg im Hintergrund, der Atlantik auf der einen Seite, das Kap der Guten Hoffnung in greifbarer Nähe. Die Strecke führt durch eine der visuell beeindruckendsten Kulissen, die der Marathonsport zu bieten hat.
Der Kurs selbst gilt als technisch anspruchsvoll, aber machbar. Es gibt Höhenmeter, die dich fordern. Aber es gibt auch Abschnitte, bei denen du einfach nur laufen willst, weil das, was du siehst, so atemberaubend ist. Das macht ihn zu einem der seltenen Rennen, bei denen Performance und Erlebnis Hand in Hand gehen.
Dazu kommt das Klima. Im September, wenn der Cape Town Marathon stattfindet, herrschen ideale Laufbedingungen. Die Temperaturen sind moderat, die Luftfeuchtigkeit überschaubar. Im Vergleich zu Tokio im Frühjahr oder Chicago im Herbst ist das Wetter in Kapstadt berechenbarer, als viele denken. Für ambitionierte Läufer, die auf eine gute Zeit aus sind, ist das ein echter Vorteil.
Was das fur Laufer bedeutet, die alle Majors sammeln wollen
Lange war die große Frage: Wann kommt der Seven-Star nach dem Beitritt von Sydney? Jetzt hat sich die Frage erneut verschoben. Mit Kapstadt als achtem Major gibt es bald den Eight-Star Finisher. Das ist eine neue Stufe der Herausforderung. Und eine neue Stufe der Motivation.
Für viele Läufer ist das Sammeln der Majors mehr als ein Hobby. Es ist ein mehrjähriges Projekt, das erhebliche Zeit, Energie und Budget erfordert. Ein Start in Boston kann dich je nach Qualifikation und Reisekosten schnell $3.000 bis $5.000 kosten. London ist ähnlich. Kapstadt kommt jetzt hinzu, mit Flugpreisen aus Europa, die je nach Buchungszeitpunkt bei etwa $700 bis $1.200 liegen können.
Das klingt nach viel. Aber für die Community der Major-Chasers ist das Teil des Deals. Wer alle Rennen absolvieren will, plant das über Jahre. Der Cape Town Marathon passt dabei hervorragend ins Bild: Er bietet ein einzigartiges Erlebnis, das kein anderes Major replizieren kann. Afrika ist in der Laufwelt bislang unterrepräsentiert. Das ändert sich jetzt.
- Tokio: Marzo, Japan. Kult-Rennen mit einzigartiger Stadtkulisse und perfekter Organisation.
- Boston: April, USA. Das älteste und prestige-reichste Major der Welt. Qualifikationszeit erforderlich.
- London: April, Großbritannien. Einer der schnellsten Kurse der Welt, bekannt für Weltrekorde.
- Berlin: September, Deutschland. Der schnellste Kurs aller Majors. Weltrekord-Strecke par excellence.
- Chicago: Oktober, USA. Flat und schnell. Ideal für Bestzeiten und Rekordläufe.
- New York: November, USA. Das emotionalste Rennen der Serie. Fünf Stadtteile, ein unvergessliches Finish.
- Sydney: September, Australien. Das jüngste Major vor Kapstadt. Noch im Aufbau seiner Tradition.
- Kapstadt: September, Südafrika. Das neueste Major. Erstes in Afrika. Ab 2027 offiziell dabei.
Was das für dich konkret bedeutet: Wenn du die Six-Star-Medaille noch nicht in der Tasche hast, hast du jetzt ohnehin etwas zu tun. Und wenn du sie schon hast, warten nun zwei weitere Rennen auf dich. Sydney und Kapstadt machen aus dem Six-Star-Traum ein deutlich längeres Abenteuer.
Das ist keine schlechte Nachricht. Im Gegenteil. Mehr Rennen bedeuten mehr Reisen, mehr Erfahrungen und mehr Gründe, das Training verletzungsfrei durchzuhalten. Die Laufwelt bekommt mit Kapstadt eine neue Etappe. Und die ist es wert.