European Off-Road Running Champs 2026: Ergebnisse
Vom 5. bis 7. Juni 2026 im slowenischen Kamnik traten Europas beste Off-Road-Läuferinnen und -Läufer bei den European Athletics Off-Road Running Championships unter harten Bedingungen an. Das Ergebnis: eine überragende Leistung von Großbritannien und ein starker französischer Auftritt im Langstreckenwettbewerb.
Wichtigste Ergebnisse
- Frauen Berglauf (Uphill): Morven Goodrum (Great Britain) in 58:00 – ihr erstes internationales Rennen überhaupt
- Männer Langstrecke: Frédéric Tranchand (France) in 3:55
- Great Britain and Northern Ireland: 35 Athletinnen und Athleten – die bisher größte Delegation dieser Meisterschaften
- Die Organisatoren beschrieben den ersten Wettkampftag als „brutal"
Morven Goodrum: Eine Sensation bei ihrem internationalen Debüt
Sie ist die Geschichte dieser Meisterschaften. Morven Goodrum, eine britische Bergläuferin, stand zum ersten Mal bei einem internationalen Wettkampf am Start. Sie landete nicht einfach auf dem Podium. Sie gewann. 58 Minuten bis zum Gipfel, als einzige Frau unter der Stundenmarke im Uphill-Wettbewerb. Laura Hottenrott (Deutschland) und Nelie Clement (France) komplettierten das Podium, getrennt durch nur wenige Sekunden.
Beim ersten internationalen Einsatz zu gewinnen ist selten in einer Disziplin, die so technisch wie Berglaufen ist. Es braucht Jahre der muskulären Anpassung und ein Gespür fürs Gelände. Dass Goodrum beim Debüt so dominieren konnte, lässt ahnen, was noch von ihr kommen wird.
Frédéric Tranchand bestätigt seinen Status auf der Langstrecke
Bei den Männern auf der Langstrecke überquerte Frédéric Tranchand (France) die Ziellinie in 3:55. Auf der internationalen Trailszene bereits bekannt durch seinen TDS-Sieg (Tour du Mont Blanc) im Vorjahr, setzte sich Tranchand im Abstieg ab und kam alleine ins Ziel. Daniel Pattis (Italy) kämpfte sich trotz Magenproblemen auf Platz zwei in 3:59. Antoine Charvolin (France), Titelverteidiger beim TDS, rundete das Podium in 4:05 ab.
GB und NI: Rekorddelegation, Rekordergebnisse
British Athletics schickte 35 Athletinnen und Athleten nach Kamnik. Die größte Mannschaft, die GB&NI je bei diesen Meisterschaften gestellt hat. Es zahlte sich aus. Neben Goodrums Sieg platzierten sich mehrere britische Läuferinnen und Läufer in verschiedenen Disziplinen unter den Top 10. Das zeigt eine wachsende Tiefe im britischen Off-Road-Laufen, die vor einigen Jahren noch nicht da war.
Harte Bedingungen machen die Leistungen noch beeindruckender
Die Organisatoren bezeichneten den ersten Wettkampftag als „brutal" – technisches slowenisches Gelände, unregelmäßige Untergründe und schwieriges Wetter zu Beginn der Woche. Vor diesem Hintergrund wirken die Ergebnisse noch stärker, besonders bei Goodrum, die dieses Niveau zum ersten Mal erlebte. Wer sich auf ähnlich hochalpine Bergläufe vorbereiten möchte, weiß: Die mentale und physische Vorbereitung auf solche Bedingungen ist entscheidend.
Was das für die kommende Trail-Saison bedeutet
Der Trail- und Bergläufer-Kalender nimmt in den nächsten Wochen Fahrt auf: mit den World Mountain Running Championships, gefolgt von den großen Trailrennen des europäischen Sommers (UTMB im August und darüber hinaus). Diese Europameisterschaften dienen oft sowohl als Qualifikationswettkampf als auch als Vorbereitung auf diese Ziele.
Für Morven Goodrum öffnet ein EM-Titel beim Debüt alle Türen für das, was als Nächstes kommt.