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Laufrennen diese Woche: 20.-26. Oktober 2026

Frankfurt, Dublin und Athen stehen in der Woche vom 20. bis 26. Oktober auf dem Programm – plus Toronto-Ergebnis und Tipps für die Frühjahrsplanung.

White finish line tape stretched across an empty urban road at golden hour in autumn.

Toronto hat geliefert – das war das Wochenende vom 18. Oktober

Bevor wir auf die kommende Woche schauen, lohnt sich ein kurzer Blick zurück. Der Toronto Waterfront Marathon am 18. Oktober hat gehalten, was er versprochen hat. Langat verteidigte seinen Titel in 2:06:51 und bewies damit, dass er auf diesem Kurs schlicht zu Hause ist. Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann – und das den Abschluss eines außergewöhnlich dichten Herbstwochenendes markiert.

Toronto gehört zu den schnelleren Strecken im nordamerikanischen Kalender. Flaches Profil, kühle Herbstluft, gut organisierte Startblöcke. Für viele Amateur-Läufer war es der Saisonhöhepunkt, für die Elite eine weitere Chance auf starke Zeiten. Wer dort gelaufen ist, darf jetzt erst mal durchatmen – aber nur kurz.

Das vergangene Wochenende war insgesamt außergewöhnlich voll. Von Chicago über Toronto bis hin zu kleineren Rennen in Europa war der Kalender randvoll. Jetzt öffnet sich das Fenster für die letzte realistische Marathonphase vor dem Winter – und genau dort setzen die wichtigsten Rennen im Oktober 2026 an.

Welche Rennen laufen diese Woche, 20. bis 26. Oktober

Die letzte Oktoberwoche hat es in sich. Nicht ganz so massiv wie der große Knall Anfang des Monats, aber mit einer soliden Auswahl an Rennen, die sich lohnen. Hier sind die wichtigsten Starts auf der Agenda:

  • Frankfurt Marathon (26. Oktober): Einer der schnellsten Marathons Europas. Flacher Kurs entlang des Mains, WA-Gold-Label, regelmäßig starke Weltklasse-Felder. Wer noch nicht gemeldet hat, schaut besser nach Tageskarten oder plant es als Zuschauertermin. Die Stimmung in der Stadt ist an diesem Tag kaum zu überbieten.
  • Athens Authentic Marathon (26. Oktober): Von Marathon nach Athen. 42,195 Kilometer, die buchstäblich Geschichte atmen. Keine Bestzeit-Strecke, dafür eines der emotionalsten Rennen überhaupt. Wer läuft, kommt ins Panathinaiko-Stadion ein – das bleibt für immer.
  • Dublin Marathon (26. Oktober): Eines der beliebtesten Volksläufe Europas mit fast 20.000 Finishern. Die Iren feiern ihre Läufer wie kaum eine andere Stadt. Erfahrungsgemäß ausverkauft, aber wer kurzfristig in der Stadt ist, sollte zuschauen gehen. Eintritt frei, Stimmung unbezahlbar.
  • Spartathlon (22. bis 24. Oktober): Für alle, die 246 Kilometer zwischen Athen und Sparta als angemessene Wochenendbeschäftigung sehen. Der Spartathlon ist kein normales Rennen. Er ist ein Maßstab. Zeitlimit: 36 Stunden. Finisher-Quote: brutal niedrig.
  • Various US-Herbstläufe: Quer durch die Vereinigten Staaten gibt es in dieser Woche eine Reihe kleinerer Half-Marathon- und 10K-Events. Besonders aktiv: die Regionen rund um New England, wo die Herbstfarben Anfang der Woche noch auf dem Höhepunkt sein können. Startgebühren in der Regel zwischen $40 und $90.

Der Frankfurt Marathon verdient dabei besondere Aufmerksamkeit. Das Rennen ist seit Jahren eine Bank für schnelle Zeiten – die Streckenführung, das Wetter Mitte bis Ende Oktober und die Verpflegungsdichte sind nahezu perfekt für Bestzeiten. Wenn du dir in den letzten Wochen überlegt hast, ob du noch einmal an den Start gehst, ist Frankfurt die richtige Antwort auf diese Frage.

Der Athens Authentic Marathon ist eine andere Kategorie, emotional. Wer auf persönliche Bestzeit aus ist, läuft woanders. Wer einen Lauf sucht, der bleibt – läuft Athen. Die Kombination aus historischem Kurs, griechischer Gastfreundschaft und dem Einlauf ins antike Stadion macht dieses Rennen zu einem der wenigen, die du mindestens einmal im Leben mitgemacht haben solltest.

Warum jetzt das letzte Zeitfenster nutzen

Ende Oktober ist kein Zufall im Laufkalender. Meteorologisch gesehen ist diese Woche in weiten Teilen Europas und Nordamerikas noch zuverlässig: Temperaturen zwischen 8 und 14 Grad Celsius, geringe Luftfeuchtigkeit, wenig Wind. Genau das, was Läufer wollen. Ab November wird es unberechenbarer – Frost, Regen, frühe Dunkelheit. Rennen gibt es zwar noch, aber die idealen Bedingungen für Bestzeiten werden seltener.

Das bedeutet: Wer dieses Wochenende läuft, nutzt vermutlich das letzte realistische Fenster der Saison. Danach folgen Übergangswochen, in denen viele Läufer in den Regenerationsmodus wechseln oder in niedrigere Umfänge übergehen. Das ist auch gut so. Aber es unterstreicht, warum Rennen wie Frankfurt oder Dublin Ende Oktober so gut angenommen werden.

Wenn du gerade Toronto, Chicago oder einen anderen Herbstmarathon hinter dir hast und denkst, du bist für diese Saison fertig – fair. Aber behalte den Kalender im Auge. Ein Halbmarathon in drei Wochen als lockeres Auslaufen kann ein überraschend schöner Abschluss sein, wenn der Körper wieder aufnahmefähig ist.

Jetzt schon an den Frühling denken – warum das Sinn macht

Das klingt kontraintuitiv, aber der beste Moment, um Frühjahrsziele zu setzen, ist genau jetzt – während die Erschöpfung einer abgeschlossenen Saison noch frisch ist. Du weißt noch genau, was gut lief, was fehlte und welche Zeit du nächstes Mal angreifen willst. Dieses Wissen verblasst schnell.

Die großen Frühjahrsmarathons machen es dir außerdem nicht einfacher, wenn du wartest. London, Boston, Berlin-Voranmeldung, Hamburg – die meisten Startplätze für April und Mai 2027 werden in den nächsten Wochen ausgeschrieben oder über Lotterien vergeben. Wer jetzt nicht schaut, schaut im Januar auf eine Warteliste.

Konkret: Wenn du diese Woche noch ein Rennen beobachtest oder selbst läufst, nimm dir danach zehn Minuten und öffne den Kalender für März bis Mai 2027. Schreib zwei oder drei Rennen auf. Schau nach den Anmeldefristen – Veranstaltungen wie der Nantes Marathon 2027 mit 16.000 vergriffen Startplätzen zeigen, wie schnell beliebte Rennen ausgebucht sind. Richte dir einen Reminder ein. Das kostet dich jetzt wenig – und gibt dir über den Winter eine klare Richtung, die motiviert, auch wenn die Temperaturen einstellig werden und die kurzen Tage an der Laufmotivation nagen.

Die Laufsaison hört technisch gesehen nie auf. Aber sie hat Rhythmen – und der Rhythmus sagt gerade: Das Herbstkapitel schließt sich. Das nächste beginnt früher, als du denkst.