Marathon-Saison 2026: Zwischenbilanz zur Saisonmitte
Zur Halbzeit 2026 hat der globale Marathon-Zirkus bereits einige der bemerkenswertesten Leistungen des Jahrzehnts hervorgebracht. Günstige Wetterbedingungen, Schuhe der nächsten Generation und eine Leistungsdichte, die es seit 2019 nicht mehr gab: Der Marathon durchläuft gerade eine Phase rekordverdächtiger Ergebnisse. Was uns die ersten sechs Monate der Saison gezeigt haben.
Der Frauen-Weltrekord ist gefallen
Das herausragende Ereignis des Frühjahrs kam im April 2026 aus Rotterdam. Tigist Assefa (Äthiopien) stellte mit 2:09:56 einen neuen Frauen-Weltrekord im Marathon auf und brach damit Brigid Kosgeis 2:14:04 (Chicago 2019) auf spektakuläre Weise. Es ist das erste Mal, dass eine Frau bei einem zertifizierten Marathon die 2:10-Schallmauer durchbricht. Die Entwicklung der Frauen-Marathonleistungen in den letzten fünf Jahren ist einmalig in der Geschichte dieser Disziplin.
Männerfeld: Alexander Mutiso und die kenianische Tiefe
Die schnellste Männerzeit des Jahres 2026 gehört Alexander Mutiso (Kenia): 2:03:28 in Rotterdam. Das ist die schnellste Zeit des Jahres und die zwölftschnellste aller Zeiten. Eliud Kipchoge fehlt in der Frühjahrsaison 2026. Eine leichte Verletzung zwang den Olympiasieger dazu, seinen nächsten Start auf den Berlin Marathon im September zu verschieben.
Kenias Leistungsdichte bleibt außergewöhnlich, doch Äthiopien baut seine Stärke sichtbar sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen aus.
US-Tiefe: Die Geschichte der Saison
Fünf amerikanische Männer liefen in der Frühjahrsaison 2026 unter 2:08. Ein historischer Rekord für eine einzelne Saison. Der Aufschwung der amerikanischen Langstreckensportler, getragen von Collegeprogrammen und einem aktiven Straßenlaufzirkus, beginnt sich in Weltklasseleistungen niederzuschlagen.
Beim Boston Marathon 2026 belegten drei Amerikaner einen Platz in den Top 10 der Männer. Ein Phänomen, das es seit den 1980er Jahren nicht mehr gab.
Herbst-Majors: Die nächste Chance
Berlin (28. September), Chicago (11. Oktober), New York (2. November): Die zweite Hälfte der Saison 2026 verspricht außergewöhnlich zu werden. Kipchoge startet in Berlin. Assefa ist für Chicago angekündigt. Die weltweite Marathon-Community wartet gespannt darauf, ob die Frühjahrsrekorde aus Rotterdam unter optimalen Herbstbedingungen noch weiter verbessert werden können.