Ein historischer Wechsel: Paris beendet 28 Jahre ASO
Der Marathon de Paris gehört zu den großen Stadtmarathons der Welt. Hunderttausende Läuferinnen und Läufer haben die Strecke entlang der Seine, am Bois de Boulogne und vorbei am Château de Vincennes geliebt. Doch nach 28 Jahren endet eine Ära: Die Stadt Paris hat entschieden, die Konzession für den Marathon und den Semi-Marathon de Paris nicht länger an ASO zu vergeben.
An die Stelle des bisherigen Veranstalters tritt ein neues Konsortium namens Cadence. Dahinter stecken drei Partner: Keneo, ein auf Sport-Events spezialisiertes Unternehmen, OSE, bekannt für die Organisation großer Laufevents in Frankreich, sowie eine Agentur der Havas-Gruppe, einem der größten Kommunikationskonzerne weltweit. Gemeinsam haben sie die Ausschreibung der Stadt Paris gewonnen und werden künftig das Rennen gestalten.
ASO hatte die Veranstaltung seit 1998 in der Hand. Das bedeutet: Alles, was du in den letzten fast drei Jahrzehnten mit dem Marathon de Paris verbunden hast. die Startnummernvergabe, das Expo-Erlebnis, das Finisher-Shirt, die gesamte Atmosphäre. wurde von ASO geprägt. Das ist jetzt Geschichte. Und das ist kein kleines Update. Das ist eine vollständige Neuausrichtung.
Was Cadence anders machen will und was das für dich bedeutet
Über die genauen Pläne von Cadence ist bislang noch wenig bekannt. Die formale Bestätigung der Vergabe steht noch aus. Aber der Wechsel an sich sendet ein klares Signal: Paris will seinen größten Laufevent neu denken. Branding, Format, Läufererlebnis. alles steht potenziell auf dem Prüfstand.
Was sich konkret ändern könnte, betrifft mehrere Bereiche. Die Registrierungsprozesse könnten überarbeitet werden. Wer schon mal versucht hat, sich für den Paris-Marathon anzumelden, weiß: Die Plätze sind innerhalb von Minuten weg, das System war in der Vergangenheit nicht immer nutzerfreundlich. Ein neuer Veranstalter könnte hier frischen Wind bringen. Außerdem dürfen sich Läuferinnen und Läufer auf mögliche Änderungen bei:
- Startblöcken und Wellenstruktur. wie du eingeteilt wirst und wann du die Startlinie überquerst
- Expo und Startnummernausgabe. Lage, Öffnungszeiten und das gesamte Vorrennen-Erlebnis
- Finisher-Bereich und Medaillendesign. kleine Details, die aber für viele Läufer eine große Rolle spielen
- Streckenführung. zwar unwahrscheinlich in der Kernstruktur, aber Anpassungen sind denkbar
- Preisgefüge und Startgebühren. ein neues Konsortium hat eigene finanzielle Ziele
Keneo und OSE bringen Erfahrung aus dem französischen Laufsport mit. Das ist grundsätzlich ein gutes Zeichen. Beide kennen die Bedürfnisse von Breitenläufern und haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie große Massen-Events professionell umsetzen können. Die Havas-Beteiligung deutet darauf hin, dass auch die Außenwirkung des Events. die Marke, die internationale Kommunikation, das digitale Erlebnis. neu aufgestellt werden soll.
ASO und das Erbe, das bleibt
Es wäre unfair, ASO in diesem Moment einfach abzuschreiben. Das Unternehmen ist nicht irgendein Veranstalter. ASO organisiert die Tour de France, Paris-Roubaix, das Dakar-Rally und einige der bekanntesten Sportevents der Welt. Der Marathon de Paris war für ASO natürlich ein wichtiger Teil des Portfolios. aber eben nicht der einzige.
In den 28 Jahren unter ASO ist der Marathon de Paris auf ein Starterfeld von über 50.000 Läuferinnen und Läufern angewachsen. Das Rennen zieht Teilnehmer aus mehr als 160 Ländern an und gehört neben Berlin, London, Chicago, New York und Tokyo zu den renommiertesten Stadtmarathons weltweit. Diese Größe ist kein Zufall. ASO hat das Event systematisch aufgebaut, international vermarktet und professionell durchgeführt.
Gleichzeitig gab es in der Community immer wieder Kritik. Zu unpersönlich, zu kommerziell, zu wenig auf die Bedürfnisse der Durchschnittsläufer ausgerichtet. Ob diese Kritik berechtigt war oder nicht. sie hat offenbar auch die Stadt Paris beschäftigt. Sonst würde man nach fast drei Jahrzehnten nicht den Veranstalter wechseln.
Was du jetzt wissen musst, wenn du Paris planst
Der nächste Marathon de Paris findet im April 2025 statt. Für dieses Rennen ändert sich voraussichtlich noch nichts. ASO wird das Event noch einmal veranstalten, da die Übergabe an Cadence noch der formalen Bestätigung bedarf und eine solche Transition Zeit braucht. Du musst dir also für 2025 keine Sorgen machen, falls du bereits angemeldet bist oder es noch planst.
Anders sieht es für den Marathon 2026 und darüber hinaus aus. Ab dann dürfte Cadence das Ruder übernehmen. Was das konkret bedeutet, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Sinnvoll ist es, die offiziellen Kanäle des Marathon de Paris im Blick zu behalten und auf Ankündigungen von Cadence zu achten. Änderungen bei Anmeldeprozessen, Startgebühren oder dem allgemeinen Ablauf solltest du nicht ausschließen.
Für alle, die Paris noch nie gelaufen sind und es auf der Bucket List haben: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, genauer hinzuschauen. Ein Veranstalter-Wechsel bedeutet zwar Unsicherheit, aber auch die Chance auf ein verbessertes Erlebnis. Neue Teams bringen frische Ideen mit. und manchmal ist genau das, was ein großes Event braucht, um wieder richtig zu begeistern.
Was du auf jeden Fall einplanen solltest, unabhängig davon, wer das Rennen organisiert: Paris ist eine der teuersten Städte Europas. Plane für Flug, Unterkunft und Verpflegung rund ums Rennen-Wochenende realistisch. Budgetiere mindestens 600 bis 1.200 € für das gesamte Trip, je nachdem wie früh du buchst und wo du übernachtest. Die Startgebühr selbst lag zuletzt bei rund 140 bis 160 € für internationale Teilnehmer. ob Cadence hier etwas ändert, bleibt abzuwarten. Wer die Wartezeit bis zur Anmeldung für gezieltes Training nutzen möchte, findet im 12-Wochen-Trainingsplan für unter 2 Stunden eine solide Grundlage, um vorbereitet an den Start zu gehen.