Krafttraining wird 2026 das Nummer-1-Fitnessziel in Amerika
Zum ersten Mal in der Geschichte von Fitness-Umfragen hat Krafttraining Cardio als primäres Ziel amerikanischer Erwachsener überholt. Eine IHRSA-Umfrage von Anfang 2026 zeigt: 41 % der Gym-Mitglieder nennen „Muskeln aufbauen" oder „Kraft gewinnen" als ihr wichtigstes Ziel. 2019 waren es noch 28 %. Das ist kein kurzfristiger Trend, sondern ein kultureller Wandel, der sich seit sieben Jahren festigt.
Die Zahlen hinter dem Wandel
2019 dominierte noch „abnehmen/Cardio machen". 2026 sieht das so aus:
- 41 %: Krafttraining / Muskelaufbau (primäres Ziel)
- 32 %: allgemeine Gesundheit / Longevity
- 18 %: Gewichtsabnahme
- 9 %: sportartspezifische Performance
Es ist das erste Mal, dass Gewichtsabnahme als primäre Motivation unter 20 % fällt. Ein deutliches Zeichen dafür, wie sich das Verhältnis der Menschen zu Körper und Bewegung verändert hat.
Die Treiber
Drei Faktoren erklären diesen Wandel.
Social Media. 2025 überholte #strengthtraining erstmals #cardio bei den Instagram-Impressions insgesamt. Creator aus den Bereichen Krafttraining, Powerlifting und funktionelles Training erreichen ein junges Publikum, das Stärke als ästhetisches und gesundheitliches Ziel gleichermaßen versteht.
Longevity-Forschung. Die breite Veröffentlichung von Studien wie der Harvard-BJSM-Studie mit 147.000 Teilnehmenden — 13 % niedrigere Sterblichkeit bei 90–120 Minuten Krafttraining pro Woche — hat sich im öffentlichen Bewusstsein verankert: Heben ist ein langfristiges Gesundheitswerkzeug, nicht nur ein Weg, gut auszusehen.
Veränderte Körperideale. Das Ideal des „starken" Körpers hat seit 2020 in Medien und sozialen Netzwerken das Ideal des „dünnen" Körpers weitgehend abgelöst. Dieser ästhetische Wandel schlägt sich direkt in den genannten Zielen nieder.
Die Auswirkungen auf die Branche
Gym-Betreiber passen sich an: Freihantelbereiche sind in großen Ketten zum Nummer-1-Kapazitätsproblem geworden. Führende HVLP-Betreiber fügen im Rahmen von Renovierungen 2025–2026 30–40 % mehr Squat Racks und Bänke hinzu.
Für Coaches ist das eine direkte Chance: Die Nachfrage nach Strength Coaching steigt strukturell. Kompetenzen in der Kraftprogrammierung und Periodisierung, Bewegungsanalyse, Belastungssteuerung. Sie sind gefragter denn je.