Fitness

VASA Fitness setzt voll auf Kraft: der richtige Weg?

VASA Fitness baut alle neuen Clubs ab 2026 rund um dedizierte Kraftzonen um. Was das für Mitglieder bedeutet und warum die Branche nachziehen wird.

Spacious modern gym with rows of strength racks and a lone athlete setting up at a barbell, bathed in warm golden light.

Krafttraining als neues Herzstück des Fitnessstudios

VASA Fitness hat eine klare Ansage gemacht: Alle neuen Clubs, die ab 2026 eröffnen, werden von Grund auf neu gedacht. Im Mittelpunkt steht dabei ein dedizierter „Strong"-Bereich mit funktionellen Performance-Racks, freien Gewichten und einer Trainingsfläche, die konsequent auf Kraftsport ausgerichtet ist. Kein nachträgliches Umbauen, kein halbherziges Hinzufügen einer Hantelecke. Das Konzept ist von Anfang an in die Architektur integriert.

Wer schon mal in einem klassischen Budget-Gym trainiert hat, kennt das Problem: Die Squat-Racks sind hoffnungslos überfüllt, der Boden ist zu klein, und die Geräte stammen gefühlt aus den Neunzigern. VASA setzt genau hier an. Mit großzügig dimensionierten Kraftzonen will die Kette zeigen, dass modernes Krafttraining längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und nicht mehr hauptsächlich aus Laufbändern und Spinning-Kursen besteht.

Das ist kein Zufall und auch keine Laune des Managements. Hinter dem Schritt steckt eine datengetriebene Entscheidung: Die Nachfrage nach strukturiertem Krafttraining ist in den letzten Jahren massiv gestiegen. Wer heute ein Gym betritt, sucht Barbells, Kettlebells und Plattformen, keine elliptischen Geräte in Reih und Glied. VASA hat das verstanden und handelt entsprechend.

Mehr als nur Eisen: Performance-Cardio und HIIT bleiben Teil des Konzepts

Auch wenn die „Strong"-Zonen den neuen Clubs ihr Gesicht geben, bedeutet das nicht, dass Cardio komplett aus dem Bild verschwindet. VASA setzt auf sogenanntes Performance-Cardio: Geräte und Konzepte, die funktionaler, intensiver und trainingsrelevanter sind als die klassische Laufrunde auf dem Treadmill. Ruderergometer, Assault-Bikes, Ski-Ergs. Fitness, die sich nach echtem Training anfühlt.

Dazu kommen HIIT-Kursformate, die das Studiokonzept abrunden. Diese Klassen verbinden Kraft- und Konditionsarbeit in kurzen, intensiven Einheiten und sprechen damit eine Zielgruppe an, die keine Zeit für lange Trainingseinheiten hat, aber trotzdem Ergebnisse sehen will. Das ist klug gedacht: VASA bedient mit diesem Mix gleich mehrere Bedürfnisse unter einem Dach.

Die Kombination aus Kraft, Funktionalität und High-Intensity ist auch strategisch interessant. VASA positioniert sich damit zwischen dem reinen Budget-Gym, das vor allem auf Masse setzt, und den teuren Boutique-Studios wie Orangetheory oder F45, die ähnliche Trainingskonzepte anbieten, aber deutlich höhere Monatsgebühren verlangen. Der Sweet Spot liegt genau dazwischen. Und genau dort will VASA seine Fahne einpflanzen.

Ein Signal an die gesamte Fitnessbranche

Was VASA gerade tut, ist mehr als ein Umbau des eigenen Clubdesigns. Es ist ein klares Statement darüber, wohin sich die Fitnessbranche insgesamt bewegt. Krafttraining ist kein Nischenprodukt mehr. Es ist das Ankerprodukt, um das herum Gyms ihre gesamte Infrastruktur planen müssen, wenn sie langfristig relevant bleiben wollen.

Studien und Nutzerdaten aus den USA und Europa zeigen seit Jahren denselben Trend: Jüngere Generationen, insbesondere Millennials und Gen Z, trainieren anders als ihre Eltern. Weniger Fokus auf reines Ausdauertraining, mehr Interesse an Muskelaufbau und messbarer Leistungssteigerung. Social Media hat diesen Wandel beschleunigt. Wer auf TikTok und Instagram scrollt, sieht keine Laufband-Workouts, sondern Deadlifts, Bench Press und Bulgarian Split Squats.

Für Studiobetreiber bedeutet das: Wer heute noch auf veraltete Konzepte setzt und seinen Grundriss nicht überdenkt, wird in wenigen Jahren ein Problem haben. VASA nimmt diesen Wandel ernst und baut seine Infrastruktur proaktiv darauf aus. Das schafft nicht nur einen Vorteil gegenüber langsameren Mitbewerbern, sondern setzt auch einen neuen Standard dafür, was Mitglieder von einem modernen Gym erwarten dürfen.

Was das konkret fur dich als Mitglied bedeutet

Wenn du VASA-Mitglied bist oder es werden willst, lohnt sich ein Blick auf die konkrete Umsetzung. In neuen Clubs wirst du deutlich mehr Platz für freies Gewichtstraining finden. Mehr Racks, mehr Plattformen, mehr Raum für Bewegung. Wer schon mal seinen Deadlift abbrechen musste, weil ein anderer Trainierender zu nah dran war, weiß, wie wertvoll das ist.

Dazu kommen strukturiertere Trainingsbereiche, die verschiedene Trainingsziele voneinander trennen. Das reduziert den Lärm auf der Fläche, macht die Navigation im Gym einfacher und sorgt dafür, dass du dein Workout effizienter durchziehen kannst. Gerade zu Stoßzeiten, wenn Studios voll sind, macht eine kluge Raumaufteilung den Unterschied zwischen einem guten und einem frustrierenden Training.

Natürlich bleibt abzuwarten, wie konsequent VASA dieses Konzept in der Praxis umsetzt. Pläne und Renderings sind eine Sache. Was am Ende auf der Trainingsfläche ankommt, eine andere. Aber die Richtung stimmt. Und wenn andere Ketten nachziehen, was sehr wahrscheinlich ist, könnte das der Beginn einer echten Neuausrichtung der gesamten Gym-Landschaft sein. Gut für alle, die Eisen lieben.