Nutrition

Jugendsportler: Ernaehrungsluecken laut Studie 2026

Jugendliche Sportler essen schlechter als gedacht. Eine neue Studie zeigt gefährliche Nährstofflücken und was Eltern und Trainer jetzt tun können.

An open gym bag on a bench spilling fast food wrappers, crushed energy drink cans, and tangled earbuds.

Was eine neue Studie über junge Sportler enthüllt

Eine 2026 erschienene Querschnittsstudie an einer sportbetonten Gesamtschule hat etwas offengelegt, das viele Trainer und Eltern überraschen dürfte: Jugendliche Athleten ernähren sich deutlich schlechter, als bisher angenommen. Und das Problem sitzt tiefer als schlechte Gewohnheiten oder mangelnde Disziplin.

Die Studie untersuchte Nährstoffaufnahme und Ernährungswissen bei Schülerinnen und Schülern verschiedener Sportarten. Das Ergebnis war eindeutig: Wer welchen Sport betreibt, beeinflusst nicht nur die körperliche Entwicklung, sondern auch das Verständnis davon, was der Körper zum Funktionieren braucht. Ernährungswissen variierte erheblich je nach Sportart, was darauf hindeutet, dass die Kultur rund um eine Sportart eine größere Rolle spielt als bisher gedacht.

Das ist kein Randproblem. Jugendliche Athleten befinden sich in einer Phase, in der ihr Körper gleichzeitig wächst und hohen Trainingsbelastungen standhalten muss. Wer in dieser Phase nicht richtig isst, riskiert mehr als nur Leistungseinbußen.

Wenn Training und Ernährung auseinanderfallen

Das vielleicht alarmierendste Ergebnis der Studie: Die Ernährungsgewohnheiten der Jugendlichen passten häufig nicht zu den energetischen Anforderungen ihrer jeweiligen Sportart. Ein Ausdauersportler, der sich wie ein Kraftsportler ernährt, und umgekehrt. Kein Einzelfall, sondern ein Muster.

Was dahintersteckt, ist eine strukturelle Lücke. Trainingsplanung wird in Nachwuchsprogrammen oft akribisch periodisiert. Die Ernährung läuft dagegen meist nach dem Zufallsprinzip. Was gegessen wird, entscheidet die Familie, die Schulkantine oder schlicht das, was gerade greifbar ist. Eine bewusste Fueling-Strategie, die auf das Training abgestimmt ist, fehlt in den meisten Fällen komplett.

Besonders kritisch wird das bei Sportarten mit hohem Kohlenhydratbedarf, etwa im Schwimmen, im Lauf oder im Mannschaftssport. Viele der befragten Athletinnen und Athleten unterschätzten ihren Kohlenhydratbedarf massiv. Gleichzeitig griffen sie zu Mahlzeiten, die zwar sättigen, aber wenig zur Glykogenauffüllung beitragen. Das Resultat: chronische Unterversorgung, die sich oft erst Monate später zeigt. Die drei Nährstofflücken, die du kennen solltest Wenn jugendliche Sportler unterversorgt sind, zeigt sich das selten gleichmäßig. Drei Nährstoffe stechen in der Forschung immer wieder heraus:

  • Eisen: Besonders bei weiblichen Athletinnen kritisch. Eisen ist essenziell für den Sauerstofftransport, und ein Mangel führt zu Müdigkeit, sinkender Ausdauer und einem geschwächten Immunsystem. Rotes Fleisch, Linsen, Kürbiskerne und Spinat sind gute Quellen. Wer Eisen aus pflanzlichen Quellen aufnimmt, sollte es mit Vitamin C kombinieren, zum Beispiel Paprika oder Zitronensaft, um die Aufnahme zu verbessern.
  • Kalzium: Der Aufbau von Knochenmasse erreicht im Jugendalter seinen Höhepunkt. Wer jetzt zu wenig Kalzium aufnimmt, zahlt dafür später. Milchprodukte, angereicherter Haferdrink, Brokkoli und Mandeln liefern solide Mengen. Drei Portionen kalziumreiche Lebensmittel pro Tag sollten das Ziel sein.
  • Kohlenhydrate: In einer Zeit, in der Low-Carb-Trends auch Teenager erreichen, ist das ein echtes Problem. Vollkornprodukte, Haferflocken, Reis, Pasta und Kartoffeln sind keine Feinde. Sie sind das Fundament. Vor dem Training, nach dem Training, und ja, auch zwischendurch.

Der wichtigste Grundsatz dabei: Food first. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung, sondern höchstens eine Ergänzung in begründeten Ausnahmefällen. Ein Teenager, der täglich Proteinpulver schluckt, aber keine einzige Portion Hülsenfrüchte pro Woche isst, hat die Prioritäten falsch gesetzt.

Praktisch lässt sich das so umsetzen: Jede Hauptmahlzeit sollte eine Kohlenhydratquelle, eine Proteinquelle und möglichst viel Gemüse enthalten. Snacks rund ums Training können gezielter gestaltet werden, zum Beispiel eine Banane mit Erdnussbutter vor dem Training oder ein Naturjoghurt mit Beeren danach. Das klingt simpel, weil es simpel ist.

Was Eltern und Trainer jetzt tun können

Die Erkenntnisse aus der Studie haben eine klare Konsequenz: Ernährungsbildung gehört genauso zum jugendlichen Athletenalltag wie Techniktraining oder Ausdauerarbeit. Wer nur auf Watt, Kilometer oder Wiederholungen schaut, lässt einen entscheidenden Faktor außen vor.

Für Trainer bedeutet das, Ernährung aktiv in den Trainingsalltag einzubinden. Nicht als gelegentliches Thema, sondern als fester Bestandteil. Kurze Gespräche nach dem Training, ein gemeinsames Frühstück vor dem Wettkampf, konkrete Empfehlungen für die häufigsten Trainingsphasen. Das muss kein ausgewachsenes Ernährungsprogramm sein. Es geht darum, das Bewusstsein zu schärfen, dass Training und Essen zusammengehören.

Für Eltern gilt: Der Kühlschrank ist das erste Trainingsgerät. Was zuhause verfügbar ist, bestimmt zu einem großen Teil, was ein Teenager isst. Das bedeutet nicht, dass alles perfekt sein muss. Es bedeutet, dass einfache, nährstoffreiche Optionen griffbereit sein sollten. Vollkornbrot statt Toastbrot. Nüsse statt Chips auf dem Tisch. Joghurt im Kühlschrank statt Fertigdesserts.

Ein weiterer Punkt, den die Studie indirekt beleuchtet: Die Sportkultur beeinflusst das Essverhalten stärker als angenommen. Wenn in einer Mannschaft bestimmte Diätmuster als normal gelten, wenn Gewichtskontrolle oder extreme Diäten als selbstverständlich hingenommen werden, dann ist das ein strukturelles Problem, das Trainer direkt ansprechen müssen. Vor allem bei ästhetischen Sportarten wie Turnen, Tanzen oder Kampfsport, wo der Körper oft als Werkzeug der Bewertung gilt.

Jugendliche Athleten brauchen keine Supplements-Liste und keinen Ernährungsplan mit 47 Regeln. Sie brauchen Grundwissen, verlässliche Strukturen und Erwachsene, die das Thema ernst nehmen. Wer in jungen Jahren lernt, seinen Körper richtig zu ernähren, hat eine Grundlage, die weit über den Sport hinaus trägt. Dazu gehört auch zu verstehen, wann und wie Protein über den Tag verteilt werden sollte, um Muskelaufbau und Regeneration zu unterstützen.