Nutrition

Melatonin und Nachtschicht: schützt möglicherweise die DNA von Nachtarbeitern

Eine Studie von BC Cancer Research/UBC zeigt: 3 mg Melatonin vor dem Tagesschlaf steigern einen DNA-Reparatur-Biomarker bei Nachtschichtarbeitern um 80 %.

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Eine Studie zu Melatonin und DNA-Schutz

Eine Studie des BC Cancer Research Institute und der University of British Columbia (UBC), veröffentlicht im BMJ Occupational & Environmental Medicine, liefert neue Daten zu den schützenden Wirkungen von Melatonin bei Nachtschichtarbeitern. Das Protokoll: Die Probanden nahmen 3 mg Melatonin vor dem Schlafen tagsüber ein. Ergebnis: ein Anstieg des urinären 8-OH-dG um 80 % – einem zentralen Biomarker für die DNA-Reparatur.

Was ist 8-OH-dG?

8-Hydroxy-2'-desoxyguanosin (8-OH-dG) ist ein Marker für oxidative DNA-Schäden und deren Reparatur. Wenn DNA durch reaktive Sauerstoffspezies (oxidativer Stress) beschädigt wird, aktiviert der Körper Reparaturmechanismen – 8-OH-dG ist eines der dabei entstehenden Abbauprodukte. Höhere Werte dieses Biomarkers deuten auf eine aktivere DNA-Reparatur hin. Nachtschichtarbeit erhöht bekanntermaßen den oxidativen Stress durch die Störung des circadianen Rhythmus. Die innere Uhr steuert nicht nur den Schlaf, sondern auch viele zelluläre Reparaturprozesse, die normalerweise nachts ablaufen. Wenn dieser Rhythmus umgekehrt wird, nimmt der natürliche Schutz vor oxidativen Schäden ab.

Warum Melatonin helfen könnte

Melatonin ist ein starkes Antioxidans – eine Eigenschaft, die hinter seiner Rolle als Schlafregulator oft übersehen wird. Es durchdringt Zellmembranen leicht und kann direkt auf freie Radikale einwirken, die DNA schädigen. Bei Nachtschichtarbeitern mit gestörter Melatoninproduktion (sie schlafen tagsüber, wenn Licht die Melatoninausschüttung aus der Zirbeldrüse hemmt), könnte eine Supplementierung diesen verlorenen Schutz teilweise ausgleichen. Der in der Studie beobachtete Anstieg von 8-OH-dG um 80 % legt nahe, dass Melatonin entweder die DNA-Reparaturaktivität anregt oder die DNA so gut schützt, dass die Reparaturmechanismen anschließend weniger zu tun haben.

Einschränkungen der Studie

Vorsicht ist angebracht. Die Studie misst einen Reparatur-Biomarker – keine langfristigen Gesundheitsfolgen wie das Krebsrisiko. Der Zusammenhang zwischen höheren 8-OH-dG-Werten und besserer Langzeitgesundheit ist plausibel, aber durch diese Studie allein nicht belegt. Nachtschichtarbeiter sind zudem eine spezifische Gruppe – die Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf alle übertragen, die Melatonin als Einschlafhilfe verwenden.

Was das praktisch bedeutet

Für Sportler und Menschen mit unregelmäßigen Zeitplänen (häufiges Reisen, Schichtarbeit, ungewöhnliche Arbeitszeiten) untermauert diese Studie den gezielten Einsatz von Melatonin – nicht nur als Schlafhilfe, sondern als Strategie zum Schutz auf Zellebene. Die in der Studie verwendete Dosis (3 mg) ist moderat und liegt im üblichen Bereich gängiger Nahrungsergänzungsmittel. Wer ergänzende Strategien zur Schlafoptimierung sucht, findet in Magnesium für Athleten: Form und Dosierung einen weiteren evidenzbasierten Ansatz.