Sharon Lokedi holt sich den Titel zurück – und wie
Der 20. April 2026 gehört Sharon Lokedi. Die kenianische Läuferin gewann den Boston Marathon zum zweiten Mal in Folge und bewies damit, dass ihr Triumph von 2025 kein Zufallstreffer war. Auf der legendären Strecke von Hopkinton bis zur Boylston Street lief sie erneut allen davon – souverän, kontrolliert und in beeindruckender Form.
Lokedi hat sich in den letzten zwei Jahren zur dominantesten Figur im Boston-Frauenteam entwickelt. Was sie auszeichnet, ist nicht nur ihre Schnelligkeit in der Endphase, sondern ihre Fähigkeit, das Rennen taktisch zu lesen. Sie weiß, wann sie wartet und wann sie angreift. Genau das machte am Heartbreak Hill den Unterschied.
Für die Läuferinnen-Community ist Lokedi inzwischen mehr als eine Siegerin. Sie steht für einen neuen Typ von Marathonläuferin: technisch stark, mental stabil und mit einem Rennplan, der konsequent aufgeht. Zwei Siege hintereinander in Boston. Das ist keine Serie. Das ist eine Aussage.
Marcel Hug schreibt Geschichte auf vier Raedern
Wenn du über Ausdauersport und Dominanz sprechen willst, führt im Jahr 2026 kein Weg an Marcel Hug vorbei. Der Schweizer Rollstuhlathlet gewann in 1:16:06 seinen neunten Boston-Titel im Rollstuhl. Neun. Das ist keine Zahl mehr, das ist ein Lebenswerk.
Hug, liebevoll „The Silver Bullet" genannt, ist seit Jahren das Maß aller Dinge im Parasport-Bereich des Boston Marathon. Sein Stil ist unverwechselbar: explosiv aus Kurven heraus, eisenhart in der Tempohärte, unberechenbar im Endspurt. Mit seinem neunten Titel hat er sich endgültig in eine Liga befördert, in der er schlicht keine Konkurrenz hat.
Was diesen Sieg so besonders macht: Hug ist nicht mehr der junge Athlet, der frisch auf die große Bühne drängt. Er ist der erfahrenste Mann im Feld, und trotzdem läuft er schneller und smarter als je zuvor. Seine Zeit von 1:16:06 unterstreicht, dass er körperlich auf absolutem Topniveau geblieben ist. Ein Athlet, der Geschichte schreibt, während alle anderen zusehen.
Eden Rainbow-Cooper und ein starkes Zeichen aus Grossbritannien
Neben Hugs Rekordjagd gab es auf der Rollstuhlseite der Frauen ebenfalls Historisches zu sehen. Eden Rainbow-Cooper aus Großbritannien sicherte sich den Titel der Frauen-Rollstuhlkategorie mit einer Zeit von 1:30:51. Ein Sieg, der lange auf sich warten ließ und der am Ende verdient herauskam.
Rainbow-Cooper hat sich in den letzten Jahren in der Weltspitze etabliert und zeigt bei großen Majors immer wieder, dass sie zu den Favoritinnen gehört. Ihr Rennen in Boston war charakteristisch für ihre Stärke: Sie arbeitet sich durch das Feld, ohne zu zögern, und weiß, wann sie Gas geben muss. Die Strecke verlangt technisches Können, besonders in den Abfahrten. Das hat sie geliefert.
Für den britischen Parasport ist dieser Sieg ein echtes Signal. Rainbow-Cooper steht für eine neue Generation, die international angreift und Podiumsplätze nicht geschenkt haben möchte, sondern erkämpft. Dass sie in Boston gewonnen hat, ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit.
Ashley Paulson, ein Laufband und ein Weltrekord am Tag vor dem Rennen
Während in Boston die Beine für den großen Montag vorbereitet wurden, schrieb bereits am Samstag, dem 19. April 2026, jemand anderes Geschichte. Ashley Paulson stellte beim Boston Marathon Expo einen Weltrekord über 100 Meilen auf dem Laufband auf. Ja, du hast richtig gelesen. 100 Meilen. Auf einem Laufband. Beim Expo.
Paulson ist eine erfahrene Ultra-Athletin, die bereits mehrfach bewiesen hat, dass ihre Grenzen woanders liegen als bei normalen Sterblichen. Der Weltrekordversuch auf dem Expo war bewusst als Teil des Rahmenprogramms angelegt und zog enormes Publikum an. Die Menschen, die eigentlich ihre Startnummern abholen wollten, blieben stehen, feuerten an und wurden Zeuge von etwas Einmaligem.
Was diesen Moment so stark macht, ist der Kontext. Das Wochenende rund um den Boston Marathon 2026 war damit nicht nur ein Renntag. Es war ein ganzes Festival des Ausdauersports:
- Sharon Lokedi gewann die Frauen-Elite zum zweiten Mal in Folge
- Marcel Hug holte seinen neunten Rollstuhltitel in 1:16:06
- Eden Rainbow-Cooper triumphierte bei den Frauen im Rollstuhl in 1:30:51
- Ashley Paulson stellte bereits am Samstag einen 100-Meilen-Laufband-Weltrekord auf
Kein anderes Marathon-Wochenende der Welt bietet diese Kombination aus Tradition, Hochleistungssport und Rekorden. Boston 2026 hat einmal mehr gezeigt, warum dieses Rennen für Läuferinnen und Läufer weltweit einen besonderen Platz hat. Nicht nur auf der Startliste, sondern im Herzen des Sports. Wer tiefer ins Männerrennen und die Ergebnisanalyse einsteigen möchte, findet dort ein ebenso außergewöhnliches Bild des Tages.