Running

Pommeret, 50, bricht seinen Rekord beim Hardrock 100

Ludovic Pommeret, 50, gewinnt zum dritten Mal in Folge den Hardrock 100 und bricht seinen eigenen Rekord um über 20 Minuten.

Lean trail runner in his fifties cresting a rocky alpine ridge at golden hour, mountains soft in the distance.

Ein Rekord, der Geschichte schreibt

Es gibt Momente im Sport, die man einfach nicht vergessen kann. Der 13. Juli 2024 gehört definitiv dazu. Ludovic Pommeret, 50 Jahre alt, überquerte die Ziellinie des Hardrock 100 in Silverton, Colorado, mit einer Zeit von 21:11:36 und ließ damit die gesamte Trail-Running-Szene sprachlos zurück.

Was ihn von allen anderen Finishern unterscheidet: Er hat diesen Lauf nicht zum ersten, nicht zum zweiten, sondern zum dritten Mal in Folge gewonnen. Kein anderer Läufer in der Geschichte des Hardrock 100 hat das je geschafft. Und er hat dabei noch seinen eigenen Streckenrekord in der Uhrzeigersinn-Richtung pulverisiert. Um mehr als 20 Minuten.

Der Hardrock 100 ist kein normaler Ultramarathon. Du läufst 161 Kilometer durch das San Juan Gebirge in Colorado, überwindest knapp 10.000 Höhenmeter, bewältigst Pässe auf über 4.200 Metern und kämpfst gegen Wetter, das sich innerhalb von Minuten dramatisch ändern kann. Wenn irgendwo auf der Welt ein Rekord wirklich zählt, dann hier.

Was diese Leistung so außergewöhnlich macht

Lass uns kurz innehalten und das einordnen. Pommeret ist 50 Jahre alt. In einer Sportart, in der viele Athleten mit Anfang 40 von ihrer besten Zeit sprechen und mit Mitte 40 beginnen, zurückzustecken, läuft dieser Franzose schneller als je zuvor. Das ist keine Kleinigkeit. Das ist eine Aussage.

Sein Sieg bedeutet konkret: Er hat seinen bisherigen Streckenrekord, den er selbst aufgestellt hatte, um mehr als 20 Minuten verbessert. Solche Sprünge sieht man normalerweise bei jungen Athleten auf dem Weg zum Höhepunkt ihrer Karriere. Nicht bei Masters-Athleten, die statistisch gesehen längst auf der absteigenden Kurve sein sollten.

Die Trail-Running-Community reagierte entsprechend. Auf sozialen Netzwerken, in Fachmedien und in Running-Foren war Pommerets Name überall. Nicht nur weil er gewonnen hat. Sondern weil er bewiesen hat, dass das, was wir über Altern und sportliche Leistungsfähigkeit zu wissen glauben, möglicherweise zu eng gedacht ist.

Pommeret und das Geheimnis seiner Konstanz

Drei Siege in Folge bei einem der härtesten Hunderter der Welt. Das wirft eine Frage auf, die viele im Trail-Running-Umfeld beschäftigt: Was macht dieser Mann anders? Die Antwort ist wahrscheinlich keine einzelne Sache, sondern ein System.

Pommeret ist bekannt für seinen methodischen Trainingsansatz. Er kombiniert hohes Volumen mit intelligenter Erholung, legt Wert auf Schlaf und Ernährung und hat über die Jahre ein tiefes Verständnis für seinen eigenen Körper entwickelt. Er weiß, wann er pushen kann und wann er zurückhalten muss. Genau das ist beim Hardrock 100 der entscheidende Faktor.

Was ihn besonders auszeichnet, lässt sich in einigen Punkten zusammenfassen:

  • Streckenkenntnisse: Drei Starts bedeuten drei Runden intensiver Erfahrung auf einem Kurs, der jedes Jahr leicht andere Bedingungen bietet.
  • Mentale Stärke: Beim Hardrock 100 gibt es Momente, in denen du aufhören willst. Pommeret hat offensichtlich gelernt, durch diese Momente hindurchzugehen.
  • Pacing-Intelligenz: Ein Rekord entsteht nicht durch einen frühen Angriff, sondern durch konsequent gleichmäßige Leistung über 21 Stunden.
  • Langfristige Perspektive: Wer mit 50 so läuft, hat seinen Körper vermutlich jahrelang mit Respekt behandelt.

Der Hardrock 100 findet jährlich statt und gilt als einer der selektivsten Ultras weltweit. Die Anmeldung läuft über ein Losverfahren, und die Startplätze sind extrem begehrt. Dass Pommeret dreimal gestartet und dreimal gewonnen hat, ist schon für sich genommen eine Seltenheit, die man kaum überschätzen kann.

Was das für Masters-Athleten bedeutet

Pommerets Leistung ist weit mehr als eine persönliche Bestmarke. Sie ist ein Signal. Für alle, die mit 40, 45 oder 50 das Gefühl haben, dass ihre besten Zeiten hinter ihnen liegen. Natürlich nimmt die physiologische Leistungsfähigkeit mit dem Alter ab. Das ist Biologie. Aber der Abfall ist langsamer und die Kompensationsmöglichkeiten größer, als viele denken.

Erfahrung, Körperbewusstsein und ein kluges Training können das ausgleichen, was reine Physis vielleicht nicht mehr ganz liefert. Gerade bei Ultras zeigt sich das besonders deutlich. Diese Distanzen belohnen keine blinde Kraft. Sie belohnen Intelligenz, Geduld und die Fähigkeit, in einem Zustand extremer Erschöpfung noch gute Entscheidungen zu treffen.

Pommeret steht jetzt neben Namen wie Kílian Jornet oder Courtney Dauwalter, die ebenfalls beim Hardrock 100 Geschichte schrieb, wenn es um die großen Momente des Trail Runnings geht. Sein dritter Sieg beim Hardrock 100 wird in Büchern auftauchen, in Podcastgesprächen und in den Köpfen all jener, die selbst auf einem Bergpfad stehen und sich fragen, ob sie weitergehen können.

Die Antwort, die Pommeret gegeben hat, ist eindeutig. Du kannst. Und manchmal wird es sogar schneller.