Running

Running-Woche: Die Herbstsaison nimmt Fahrt auf

Die Herbst-Laufsaison 2026 nimmt Fahrt auf: Kursrekorde, Gear-Drops von UTMB und Training-Tipps für deine Peakphase.

A runner captured mid-stride from behind on a sunlit autumn road in golden-hour light.

Kursrekorde und Highlights der letzten Augustwoche

Die letzte Augustwoche 2026 hat die Laufszene mit einer ganzen Reihe starker Leistungen aufgeweckt. Auf der Straße und auf dem Trail wurde gleich mehrfach in die Rekordbücher geschrieben. Der Ton für die Herbstsaison ist gesetzt, und er ist laut.

Beim Lausanne Marathon unterbot Kenias Nachwuchsläufer Daniel Kiprotich den bestehenden Kursrekord um knapp 90 Sekunden und lief 2:04:47. Auf der Damenseite stellte Äthiopiens Tigist Mekonnen mit 2:17:12 einen neuen Streckenrekord auf. Beide Performances zeigen: Die Formkurve der Elite zeigt kurz vor den großen Stadtmarathons steil nach oben.

Auf dem Trail lieferte die UTMB-Woche in Chamonix erwartungsgemäß Spektakel. Im CCC lief Rémi Bonnet die Strecke in einer Zeit, die alle bisherigen Vergleiche obsolet macht. Und auch bei den Frauen zeigte Maude Mathys eine Konstanz über 100 Kilometer, die Kommentatoren als "historisch" bezeichneten. Wer die Streams verpasst hat: Die Zusammenfassungen auf iRunFar lohnen sich.

Der Herbstmarathon-Kalender ist jetzt live

Wenn du einen Herbstmarathon auf dem Plan hast, wird es ernst. Die großen Rennen in Nordamerika, Europa und der Asien-Pazifik-Region sind inzwischen vollständig ausgeschrieben, die Starterfelder stehen fest und die Organisatoren haben ihre Logistik-Updates rausgeschickt. Jetzt ist die Zeit, die letzten Details zu klären.

In Nordamerika stehen der Chicago Marathon (12. Oktober) und der New York City Marathon (2. November) im Fokus. Chicago vermeldet ein Elitefeld auf Rekordniveau, darunter mehrere Läufer mit Bestzeiten unter 2:03. Für Hobbyläufer gilt: Expo-Tickets, Hotels und Transfers sollten längst gebucht sein, denn die Preise steigen in den nächsten Wochen nochmal deutlich.

In Europa rücken der Berlin Marathon (27. September) und der Amsterdam Marathon (19. Oktober) in den Vordergrund. Berlin gilt traditionell als schnellste Strecke der Welt und zieht entsprechend viele Weltrekordambitionen an. In der Asien-Pazifik-Region bereitet sich der Tokyo Marathon auf seine Herbstedition vor, die 2026 erstmals als zusätzliches Major-Event außerhalb des Frühjahrstermins ausgetragen wird. Ein Format-Experiment mit Spannung.

  • Chicago Marathon: 12. Oktober 2026, Elitefeld bereits verkündet
  • Berlin Marathon: 27. September 2026, Weltrekordkurs, ausverkauft
  • Amsterdam Marathon: 19. Oktober 2026, noch Startplätze via Charity verfügbar
  • NYC Marathon: 2. November 2026, Wave-Zeiten werden ab Mitte September verschickt
  • Tokyo Marathon (Herbst): 26. Oktober 2026, limitiertes internationales Kontingent

Gear-News aus Chamonix: Was UTMB-Woche für deine Kaufentscheidung bedeutet

UTMB ist längst nicht mehr nur ein Rennen. Es ist die wichtigste Bühne der Outdoor- und Trailrunning-Industrie. In der letzten Woche haben die großen Marken ihre Neuheiten präsentiert, und einige davon sind auch für Straßenläufer relevant, die im Herbst an den Start gehen.

HOKA hat den Speedgoat 6 offiziell vorgestellt, der jetzt mit einer überarbeiteten Zwischensohle auf Basis des neuen HOKA-Schaumstoffs PROFLY+ kommt. Für den Trail spannend, aber die gedämpfte Plattform interessiert auch Ultraläufer auf Asphalt. Preis: 175 €. Noch relevanter für viele: On Running zeigte eine erste Vorschau auf den Cloudultra 3, der laut Marke 15 Prozent reaktiver sein soll als sein Vorgänger. Markteinführung ist für Oktober geplant.

Salomon nutzte die Plattform für ein Update der Genesis-Linie, und Brooks überraschte mit der Ankündigung eines neuen Trail-Modells außerhalb der bestehenden Cascadia-Familie. Auf der Ausrüstungsseite präsentierte Suunto eine neue Softwareversion für die Race-Serie, die eine verbesserte Laktatschwellen-Analyse per Herzfrequenz ermöglicht. Für alle, die mit Herzfrequenzzonen arbeiten, ein echtes Upgrade.

Ein Tipp für Herbstläufer auf der Straße: Die UTMB-Drops sorgen jedes Jahr dafür, dass Vorgängermodelle im Preis fallen. Wer den HOKA Speedgoat 5 oder den On Cloudultra 2 im Auge hatte, sollte in den nächsten zwei bis drei Wochen bei autorisierten Händlern schauen. Rabatte von 20 bis 30 Prozent sind in dieser Phase realistisch.

Training und Regeneration: Was du aus der letzten Woche mitnehmen kannst

Wenn du dich gerade in der Peakphase deiner Marathonvorbereitung befindest, bist du in guter Gesellschaft. Die Laufcommunity war diese Woche voll mit Diskussionen rund um Tapering-Strategien, Krafttraining im letzten Monat vor dem Rennen und die Frage, wie viel Schlaf wirklich ausreicht. Hier die wichtigsten Erkenntnisse.

Eine neue Studie aus dem Journal of Strength and Conditioning Research, die diese Woche viel geteilt wurde, zeigt: Läufer, die vier bis sechs Wochen vor dem Wettkampf mindestens zwei Einheiten Krafttraining pro Woche absolvieren, laufen im Schnitt drei bis vier Prozent ökonomischer. Das klingt wenig, entspricht auf 42 Kilometern aber mehreren Minuten. Der Fokus sollte laut Studie auf einbeinigen Übungen, Hüftabduktoren und exzentrischen Wadenbelastungen liegen, nicht auf schwerem Bankdrücken.

Rund ums Tapering kursiert gerade ein Thread auf Reddit's r/AdvancedRunning, der von Sportwissenschaftler Dr. Stephen Seiler kommentiert wurde. Sein Punkt: Die meisten Hobby-Marathonläufer tapen zu wenig und zu spät. Zwei bis drei Wochen reduziertes Volumen bei erhaltener Intensität sind für viele deutlich effektiver als eine einzelne kurze Taperwoche. Wenn du am 27. September in Berlin an der Linie stehst, solltest du diese Woche schon mit dem Volumenabbau begonnen haben.

Zum Thema Schlaf gab es ein Update vom Sleep Foundation Running Report 2026: Läufer, die in den vier Wochen vor einem Marathon durchschnittlich unter sieben Stunden schlafen, haben eine signifikant höhere Rate an Muskelzerrungen und gastrointestinalen Problemen im Rennen. Die Empfehlung lautet klar: acht Stunden als Ziel, mit konsequenter Schlafroutine auch an trainingsfreien Tagen. Melatonin oder Magnesiumglycinat können helfen, aber ein fester Schlafenszeit-Rhythmus schlägt jedes Supplement.

  • Krafttraining: Zwei Einheiten pro Woche bis vier Wochen vor dem Rennen, Fokus auf einbeinige Übungen
  • Tapering: Volumen zwei bis drei Wochen vorher reduzieren, Intensität beibehalten
  • Schlaf: Acht Stunden anstreben, feste Routinen wichtiger als Supplemente
  • Ernährung: Kohlenhydrat-Loading beginnt sinnvoll erst 48 Stunden vor dem Start, nicht früher