Western States 100 2026: Das Elite-Feld 12 Tage vor dem Start
In 12 Tagen, um 5 Uhr morgens am Start in Squaw Valley, Kalifornien, gehen die besten Ultraläufer der Welt auf 100 Meilen und 18.000 Höhenmeter nach Auburn. Der Western States 100-Mile Endurance Run ist Nordamerikas ikonischstes Ultra. Das Elite-Feld 2026 gehört zu den stärksten des Jahrzehnts.
Rennen im Überblick
Der Streckenrekord der Männer stammt von Jim Walmsley aus dem Jahr 2019: 14:46:44. Eine außergewöhnliche Marke, die Bestand hat. Ein ernsthafter Angriff unter 14:46 ist in diesem Jahr nicht zu erwarten. Die hohe Schneedecke in der Sierra Nevada wird die ersten Meilen anspruchsvoller machen als üblich.
Die Schneedecke in der Sierra Nevada 2025–2026 liegt deutlich über dem Durchschnitt. Die Flussquerungen, besonders im letzten Drittel der Strecke, werden technisch anspruchsvoll und potenziell gefährlich sein. Das begünstigt Läufer mit Streckenerfahrung und macht Rekordversuche unwahrscheinlicher.
Männer
Tyler Green (USA) kommt in Topform nach seinem Sieg beim 2025 TNF50. Er hat Western States noch nie finisht. Das ist eine offene Variable. Entscheidend wird sein, wie er mit den heißen Canyon-Meilen zwischen Kilometer 60 und 80 umgeht.
Vincent Bouillard (Frankreich) belegte 2024 Platz 3 und kehrt mit solider Streckenkenntnis zurück. Er ist bekannt für seine Konstanz bei schwierigen Bedingungen. Ein Kurs mit viel Schnee könnte ihm entgegenkommen.
Eli Hemming (USA) ist mehrfach auf dieser Strecke gelaufen und gilt als einer ihrer Spezialisten. Auf einem technisch fordernden Kurs unter schwierigen Bedingungen ist Streckenerfahrung ein klarer Vorteil.
Frauen
Courtney Dauwalter (USA) greift nach ihrem 4. Titel bei Western States. Drei Siege hat sie bereits. Der Streckenrekord der Frauen liegt bei 16:32:32 (Ellie Greenwood, 2012). Dauwalter ist in diesem Jahr nicht auf Rekordkurs — zuletzt bewies sie beim Chianti Ultra Trail 120K eindrucksvoll, dass Dominanz über Rekorde geht, mit einer Tempomanagement-Strategie, die auf das lange Spiel ausgelegt ist.
Megan Roche (USA) startet zum ersten Mal beim WS100. Als Ärztin und Eliteläuferin bringt Roche ein außergewöhnliches physiologisches Verständnis für ihre eigene Belastung mit. Wie sie mit der unbekannten Strecke umgeht, bleibt die offene Frage.
Sabrina Stanley (Kanada) kennt die Strecke und die Bedingungen in Kalifornien gut. Sie ist eine ernstzunehmende Podiumskandidatin.
Wetter und Streckenbedingungen
Die WSER-Organisation hat bestätigt, dass der American River beim Hochstand überquert werden muss. Die Durchquerungen müssen mit Bedacht angegangen werden. In den frühen Hochlagen besteht ein reales Unterkühlerungsrisiko.
Die Canyon-Hitze bleibt die klassische Schlüsselvariable: Zwischen Meile 60 und 78 führt die Strecke durch exponierte Abschnitte, wo die Temperaturen selbst am späten Nachmittag über 37 °C steigen können. Wer sich gezielt vorbereiten will, findet in den Methoden des Hitzetrainings für Läufer konkrete Protokolle, um die Belastung besser zu tolerieren. An den Verpflegungspunkten ist Crew-Zugang erlaubt.
Live am 28. Juni
Der WSER Live-Tracker ist ab 5 Uhr morgens Ortszeit Kalifornien verfügbar (14 Uhr MEZ). Die ersten Eliteläufer werden zwischen 19:30 und 21 Uhr Ortszeit in Auburn erwartet. iRunFar bietet Live-Berichterstattung.