Doppelter Kursrekord: Was beim Hardrock 100 2026 passiert ist
Das Hardrock 100 gehört zu den härtesten Hundertmeilern der Welt. Hochalpines Gelände in den San Juan Mountains, über 10.000 Höhenmeter, extremes Wetter. Dass in einer einzigen Ausgabe beide Kursrekorde fallen, ist historisch.
Genau das ist 2026 passiert. Ludovic Pommeret und Courtney Dauwalter haben in derselben Edition jeweils den Rekord auf dem Uhrzeigersinn-Kurs gebrochen. Zwei Performances, die den Trailrunning-Kalender dieses Jahres definieren werden.
Pommeret finishte in 21:11:36. Dauwalter kam in 26:03:10 ins Ziel. Beide Zeiten sind nicht nur schnell, sie sind Statements. Statements darüber, was im modernen Ultramarathon möglich ist, wenn Talent, Vorbereitung und ein perfekter Tag zusammenkommen.
Pommerets Lauf: Präzision auf 4.000 Metern Höhe
Ludovic Pommeret ist kein Unbekannter auf den großen Bühnen des Ultratrailings. Der Franzose hat in seiner Karriere bewiesen, dass er auch unter extremen Bedingungen konstant laufen kann. Beim Hardrock 2026 hat er das auf ein neues Level gehoben.
Seine Zeit von 21:11:36 bedeutet, dass er die 160 Kilometer lange Strecke im Schnitt mit einer Konsistenz bewältigt hat, die für diese Höhenlage kaum vorstellbar ist. Viele Läufer kämpfen in den späteren Streckenabschnitten mit dem Sauerstoffmangel und der kumulierten Erschöpfung. Pommeret, 50, wirkte bis zum Schluss kontrolliert.
Was seinen Lauf besonders macht: die clockwise-Variante des Hardrock gilt technisch als anspruchsvoll, mit bestimmten Passagen, die bei müden Beinen zum echten Risiko werden. Pommeret hat diese Abschnitte mit einer Ruhe navigiert, die viele Zuschauer und Mitläufer beeindruckt hat. Ein Kursrekord, der nicht zufällig entstanden ist.
Dauwalters Rekord: Trailrunning-Geschichte auf eigene Art
Courtney Dauwalter braucht keine große Einführung. Sie ist seit Jahren das Maß aller Dinge im Frauenfeld der Ultras. Doch selbst für ihre Verhältnisse war die Zeit von 26:03:10 beim Hardrock 2026 außergewöhnlich.
Was Dauwalters Leistung so bemerkenswert macht, ist die Art, wie sie schwierige Rennen läuft. Nicht mit Hektik oder Hysterie, sondern mit einer ruhigen, fast meditativen Intensität. Beim Hardrock, wo die Strecke selbst schon ein Gegner ist, funktioniert genau dieser Ansatz besonders gut.
Mit ihrem neuen Kursrekord unterstreicht sie einmal mehr, dass sie nicht nur eine der besten Ultraläuferinnen ihrer Generation ist, sondern eine der besten überhaupt. Die Kombination aus mentaler Stärke und technischer Kompetenz im Berggelände macht sie zu einer Athletin, über die man in zwanzig Jahren noch sprechen wird.
- Courtney Dauwalter: 26:03:10, neuer Kursrekord (clockwise)
- Ludovic Pommeret: 21:11:36, neuer Kursrekord (clockwise)
- Erste Edition des Hardrock 100, in der beide Kursrekorde im selben Jahr gebrochen wurden
- Strecke: 160 km, über 10.000 Höhenmeter, maximale Höhe über 4.200 m
Ein Wochenende voller Ultramarathon-Ergebnisse in Nordamerika
Das Hardrock-Wochenende war nicht nur wegen Silverton eine große Sache für die Trailrunning-Community. Gleichzeitig fanden in Nordamerika 48 weitere Ultramarathons statt. Ein echtes Hochdruckwochenende für alle, die in diesem Sport aktiv sind.
Zu den Highlights zählten unter anderem die Beaverhead Endurance Runs in Idaho, ein Rennen, das in der US-amerikanischen Ultra-Szene seit Jahren einen festen Platz hat. Die Strecken dort fordern ähnlich wie beim Hardrock alles ab. Hohes Gelände, wenig Infrastruktur, viel Selbstverantwortung. Genau das, was viele Trailrunner suchen.
Auch der Siskiyou Out Back sorgte für spannende Ergebnisse. Das Rennen im Grenzgebiet zwischen Oregon und Kalifornien gilt als eines der malerischsten in der Region. Wer diesen Kurs kennt, weiß, dass die Bedingungen täuschend anspruchsvoll sein können. Trotz harmlos klingender Bezeichnung ist der Siskiyou Out Back alles andere als ein gemütlicher Ausflug.
Dazu kam der Dirty Burg 50k, der in der Mid-Atlantic-Region seine treue Fangemeinde hat. Kleinere Rennen wie dieser sind das Rückgrat der Ultracommunity. Sie bieten Einsteigern und erfahrenen Läufern gleichermaßen die Möglichkeit, sich zu messen, ohne den Rummel großer Events.
- Beaverhead Endurance Runs: Idaho, anspruchsvolles Hochgebirgsrennen mit langer Tradition in der US-Ultra-Szene
- Siskiyou Out Back: Malerische Strecken an der Grenze Oregon/Kalifornien, technisch herausfordernd
- Dirty Burg 50k: Mid-Atlantic-Region, beliebt bei Einsteigern und erfahrenen Ultraläufern
- Insgesamt 48 nordamerikanische Ultramarathons an diesem Wochenende
Was dieses Wochenende zeigt: Trailrunning und Ultramarathon sind keine Nischensportarten mehr. Die Szene wächst, die Rennen werden voller, die Zeiten schneller. Und während Pommeret und Dauwalter in Silverton Geschichte schrieben, haben tausende andere Läufer quer durch den Kontinent ihre eigenen kleinen Geschichten erzählt.
Das ist das Schöne am Ultratrailing. Es gibt Platz für alle. Für Weltrekorde und für persönliche Bestleistungen. Für Profis und für Wochenendsportler, die einfach wissen wollen, wie weit sie gehen können.