Running

Paris Marathon 2027: Versprechen des neuen Veranstalters

Anne Murac, Direktorin von Cadence Running United, erklärt, wie der Paris Marathon 2027 trotz Losverfahren und Rekordnachfrage für alle offen bleibt.

A runner's legs in powerful stride on a wide Parisian boulevard bathed in soft golden dawn light.

Cadence Running United übernimmt das Ruder in Paris

Seit dem 8. September 2026 ist es offiziell: Cadence Running United organisiert den Paris Marathon und den Paris Halbmarathon. Die Registrierungen für 2027 öffneten am selben Tag. Ein neues Kapitel für eines der bekanntesten Stadtrennen der Welt.

Direktorin Anne Murac war von Anfang an klar, dass die Übernahme keine Stilübung ist. In ersten Statements nach dem Launch sprach sie offen über die Verantwortung, die mit einer solchen Ikone einhergeht. Der Paris Marathon zieht jährlich mehr als 50.000 Läuferinnen und Läufer aus aller Welt an. Das macht ihn zu einem der größten Massenläufe Europas. Und genau das will Cadence Running United nicht gefährden.

Die Kernbotschaft von Murac ist eindeutig: Zugänglichkeit bleibt keine Nebensache, sondern steht im Zentrum der gesamten Veranstaltungsphilosophie. Was das konkret bedeutet, hat sie in vier Bereichen ausgeführt. Strecke, Preise, Losverfahren und die Startplatzvergabe und die Willkommenskultur für internationale Startende.

Was Anne Murac unter Zugänglichkeit wirklich versteht

Wer das Wort „Zugänglichkeit" bei Großveranstaltungen hört, denkt oft zuerst an Barrierefreiheit im klassischen Sinn. Bei Murac geht der Begriff weiter. Für sie bedeutet ein zugänglicher Lauf, dass Menschen unabhängig von Tempo, Budgetlage oder Herkunftsland eine echte Chance haben, am Start zu stehen.

Beim Streckendesign setzt Cadence Running United auf ein Layout, das Paris in seiner ganzen Breite zeigt. Keine Elitenstrecke, die auf maximale Schnelligkeit optimiert ist. Stattdessen ein Kurs, der urbane Atmosphäre und Erlebnis priorisiert. Das Ziel ist laut Murac, dass auch ein Läufer mit einer Zeit von fünf Stunden das Rennen als vollwertiges Erlebnis wahrnimmt und nicht als geduldetes Anhängsel an der Spitze.

Bei der Preisstrategie hat sich Murac klar positioniert. Steigende internationale Nachfrage darf nicht automatisch steigende Startgebühren bedeuten. Konkrete Zahlen nannte sie noch nicht, aber die Richtung ist vorgegeben: Die Einstiegspreise sollen für europäische Läuferinnen und Läufer erschwinglich bleiben. Gleichzeitig sind Frühbucher-Fenster geplant, die denjenigen zugutekommen, die früh planen und kein großes Reisebudget haben.

Das neue Losverfahren und was es für dich bedeutet

Mit der gestiegenen Nachfrage kam das Losverfahren. Dass überhaupt eine Lotterie nötig ist, zeigt den Druck, unter dem der Paris Marathon steht. Nicht jeder, der sich bewirbt, bekommt einen Startplatz. Das ist für viele frustrierend, besonders wenn man jahrelang teilgenommen hat.

Murac hat klargestellt, dass das Losverfahren fair und transparent gestaltet wird. Es soll nicht nur eine Zufallsmechanik sein. Geplant sind Maßnahmen, die Kontinuität honorieren. Wer mehrfach am Lauf teilgenommen hat oder im Vorjahr keinen Platz bekommen hat, soll bessere Chancen erhalten. Details dazu werden noch bekanntgegeben. Aber die Intention ist klar: Das System soll der Gemeinschaft dienen, nicht ihr schaden.

Wichtig ist auch, was das Losverfahren nicht bedeutet. Es ist kein Elitefilter. Es schließt niemanden aus, der langsam läuft oder zum ersten Mal einen Marathon angeht. Die Plätze werden nach dem Zufallsprinzip verteilt, innerhalb von Kategorien, die Inklusion sicherstellen sollen. Cadence Running United hat laut Murac keine Absicht, den Lauf in Richtung eines exklusiven Sportevents zu verschieben.

Internationales Publikum willkommen. Aber wie?

Der Paris Marathon ist längst kein lokales Ereignis mehr. Startende aus mehr als 150 Ländern stehen am Startblock. Das bringt logistische Herausforderungen, aber auch eine besondere Energie, die Murac ausdrücklich erhalten will. Internationale Läuferinnen und Läufer sind kein Problem. Sie sind ein Teil dessen, was dieses Rennen ausmacht.

Cadence Running United plant deshalb eine überarbeitete Kommunikation auf Mehrsprachigkeit. Informationen zu Anmeldung, Startunterlagen und Streckenlogistik sollen in mehreren Sprachen verfügbar sein, ohne dass man sich durch schwer verständliche Formulare kämpfen muss. Wer aus Tokio, São Paulo oder Berlin startet, soll denselben reibungslosen Ablauf erleben wie jemand aus Lyon.

Murac spricht auch von einer verbesserten Welcome Experience für internationale Startende. Das beginnt bei der Paketabholung und geht bis zur Nachbetreuung nach dem Ziel. Genaue Formate sind noch in Entwicklung. Aber das Signal ist gesetzt: Paris soll sich für jeden anfühlen, nicht nur für Einheimische oder erfahrene Großstadtmarathon-Veteranen.

  • Streckenphilosophie: Erlebnis vor Bestzeit. Der Kurs soll für alle Tempogruppen bedeutsam sein.
  • Preisgestaltung: Erschwinglich bleiben, auch bei wachsender Nachfrage. Frühbucher-Fenster geplant.
  • Losverfahren: Transparent, fair und mit Mechanismen, die Kontinuität und Wiederholung belohnen.
  • Internationale Teilnahme: Mehrsprachige Kommunikation und eine durchdachte Welcome Experience für Startende von außerhalb Frankreichs.

Was Cadence Running United mit diesen vier Versprechen aufgestellt hat, ist kein Marketingkatalog. Es ist ein Rahmen, an dem sich die Organisation messen lassen muss. Anne Murac weiß das. Und sie hat ihn öffentlich gemacht, obwohl viele Details noch ausgearbeitet werden. Das ist entweder sehr mutig oder sehr überzeugt. Beides wäre ein gutes Zeichen für die Läuferinnen und Läufer, die 2027 in Paris an den Start wollen.