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Mastrovs Rückkehr zu 24 Hour Fitness: Was es dem Markt sagt

Mark Mastrov kauft 24 Hour Fitness zurück. Zusammen mit den Crunch- und EoS-Deals zeigt sich: Kapital fließt gezielt in HVLP-Fitnessketten mit stabilen Einnahmen und Skalierbarkeit.

Modern gym building facade photographed at golden hour with warm, diffused natural light.

Mastrov kauft zurück, was er aufgebaut hat – und das ist kein Zufall

Im Januar 2026 wurde bekannt, dass Mark Mastrov gemeinsam mit LongRange Capital 24 Hour Fitness übernimmt. Mastrov kehrt dabei als Executive Chair zurück zu einer Kette, die er selbst gegründet und vor über 20 Jahren verkauft hatte. Das ist keine Nostalgie. Das ist eine präzise Kapitalentscheidung.

24 Hour Fitness hatte in der Pandemie schwer gelitten, Insolvenz angemeldet und Standorte geschlossen. Dass ausgerechnet der Gründer jetzt zurückkommt, sagt viel darüber aus, wie er die aktuelle Marktlage einschätzt. Wer sein eigenes Lebenswerk zurückkauft, glaubt nicht an ein Schnäppchen – er glaubt an eine strukturelle Erholung, die andere noch unterschätzen.

Für dich als Gym-Betreiber ist das Signal eindeutig: Kapital sucht aktiv nach großen, skalierbaren Fitnessmarken mit bewährter Infrastruktur. Nicht nach Boutique-Konzepten, nicht nach Premium-Nischen. Sondern nach Volumen, Reichweite und echter Mitgliederbindung.

Drei Deals, ein Muster: Wo das große Geld wirklich hingeht

Der Mastrov-Deal steht nicht allein. Crunch Fitness wurde 2025 von Leonard Green & Partners in einer Mehrheitsbeteiligung mit einer Bewertung von rund $1,5 Milliarden rekapitalisiert. Zur gleichen Zeit übernahm TSG Consumer Partners EoS Fitness, eine Kette mit über 175 Standorten in den USA. Drei große Transaktionen, drei verschiedene Investoren – aber dieselbe Logik dahinter.

All diese Ketten bedienen das sogenannte High-Volume-Low-Price-Segment (HVLP). Mitgliedschaften unter $30 im Monat, breite Zugänglichkeit, hohe Standortdichte. Was früher als Billigfitness abgestempelt wurde, gilt heute als eines der defensivsten Geschäftsmodelle im Konsumbereich. Wiederkehrende Einnahmen, geringe Abwanderung bei wirtschaftlichem Druck und eine Mitgliederstruktur, die quer durch alle Einkommensschichten geht.

Was diese drei Deals gemeinsam haben, ist auch das, was sie voneinander unterscheidet: Jeder Investor bringt eine eigene operative Strategie mit. Leonard Green baut auf Markenausbau und Franchisewachstum. TSG setzt auf schnelle Skalierung durch gezielte Standorterweiterung bei EoS Fitness. LongRange und Mastrov dürften auf operative Sanierung und Technologieintegration setzen. Das Kapital ist konzentriert, aber die Wetten sind differenziert.

Warum HVLP nach der Pandemie stabiler ist als je zuvor

Die Fitnessindustrie hat nach 2020 eine echte Selektion erlebt. Viele mittelgroße Ketten ohne klare Positionierung sind verschwunden. Was übrig geblieben ist, sind die Extrempole: Hochpreisige Boutiques mit loyaler Community und HVLP-Ketten mit Skalenvorteilen. Das Mittelfeld hat sich ausgedünnt.

Genau das macht HVLP-Ketten für institutionelles Kapital so attraktiv. Ihre wiederkehrenden Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge sind planbar, ihre Kostenstruktur ist durch jahrelange Optimierung schlank, und ihre Immobilienportfolios bieten echte Vermögenswerte in einer Zeit, in der leerstehende Handelsflächen günstig verfügbar sind. 24 Hour Fitness, Crunch und EoS haben alle Flächen übernommen, die früher von Einzelhändlern besetzt waren – zu Konditionen, die vor 2020 kaum denkbar gewesen wären.

Hinzu kommt ein gesellschaftlicher Wandel, den du wahrscheinlich selbst in deiner Mitgliederstruktur beobachtest: Wellness ist kein Trend mehr, sondern ein Dauerzustand. Menschen geben auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten für ihre Gesundheit aus – und greifen dabei eher zu günstigeren Mitgliedschaften als zur teuren Boutique. Das HVLP-Modell im Vergleich zu Premium und Boutique profitiert genau von diesem Verhalten.

Was Investoren wirklich suchen – und was das für dein Studio bedeutet

Hinter den Milliardenbewertungen steckt mehr als nur Quadratmeter und Mitgliederzahlen. Investoren wie Leonard Green oder TSG Consumer schauen sich heute explizit an, welche Technologieinfrastruktur eine Kette mitbringt. Digitale Check-in-Systeme, App-Integration, Trainingsplanung über eigene Plattformen, datengestützte Mitgliederbindung – das sind keine Nice-to-haves mehr, sondern Kernbestandteile der Due Diligence.

Dasselbe gilt für Immobilienstrategie. Wer langfristige Mietverträge mit günstigen Konditionen gesichert hat oder sogar Eigentum an Liegenschaften hält, hat einen strukturellen Vorteil, den keine Marketingkampagne ersetzen kann. Die Deals bei Crunch und EoS zeigen, dass Investoren nicht nur in Fitnessmarken investieren – sie investieren in immobiliengesicherte, technologiegestützte Plattformen, die zufällig auch Fitnessstudios betreiben.

Was bedeutet das konkret für dich? Wenn du ein wachsendes Studio oder eine kleine Kette betreibst, lohnt es sich, die eigene Positionierung durch diese Investorenbrille zu betrachten:

  • Wiederkehrende Einnahmen: Hast du ein Mitgliedschaftsmodell, das echte Bindung erzeugt, oder lebst du von kurzfristigen Verträgen?
  • Technologie: Wie gut bist du in der Lage, Mitgliederdaten zu nutzen, um Abwanderung frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern?
  • Flächenstrategie: Nutzt du aktiv die Möglichkeit, günstige Gewerbeimmobilien in guten Lagen zu sichern?
  • Marktpositionierung: Bist du klar positioniert – entweder als zugängliches Volumenangebot oder als differenziertes Premium-Erlebnis? Oder steckst du im Mittelfeld fest?

Die drei großen Deals von 2025 und 2026 sind kein Zufall und kein kurzfristiger Hype. Sie zeigen, dass gut geführte Fitnessketten mit klarem Modell, stabilen Einnahmen und skalierbarer Infrastruktur zu den attraktivsten Investitionsobjekten im Konsumbereich geworden sind. Das Kapital hat seinen Standpunkt gemacht. Die Frage ist, ob dein Studio in diesem Bild auftaucht – oder nicht.