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Fitness-M&A 2026: Was Houlihan Lokey verfolgt

Houlihan Lokeys Fitness Market Update 2026 zeigt: Krafttraining, Pilates und Wellness sind die heißesten M&A-Ziele. Was das für Gym-Betreiber bedeutet.

Wide view of a premium gym floor with cable machines, squat racks, and reformers in golden light.

2025 war ein Rekordjahr für Fitness-M&A. Was das für 2026 bedeutet.

Houlihan Lokey, eine der führenden Investmentbanken im Bereich Freizeit und Sport, hat im März 2026 seinen Fitness Market Update veröffentlicht. Das Fazit ist eindeutig: 2025 war ein Ausnahmejahr für Fusionen und Übernahmen im Fitnesssektor, und 2026 soll nahtlos daran anknüpfen.

Die Analysten dokumentieren eine erhöhte Deal-Aktivität quer durch alle Segmente. Von großen Franchise-Systemen über Boutique-Studios bis hin zu wellness-orientierten Konzepten. Besonders drei Kategorien stechen als primäre M&A-Treiber hervor: Krafttraining, Pilates und integrierte Wellness-Angebote.

Für Gym-Betreiber, die über einen Exit nachdenken oder einfach verstehen wollen, wohin das institutionelle Kapital fließt, liefert dieser Report eine seltene Klarheit. Wer jetzt die richtigen Schlüsse zieht, hat einen echten strategischen Vorteil.

Der 24 Hour Fitness Deal und was er wirklich aussagt

Eine der meistzitierten Transaktionen aus dem Report ist die Übernahme von 24 Hour Fitness. Das Unternehmen galt lange als Paradebeispiel für einen angeschlagenen Large-Format-Operator. Zu viele Standorte, zu hohe Fixkosten, ein Geschäftsmodell unter Druck.

Und trotzdem wurde es akquiriert. Der Grund liegt auf der Hand: Eine große Immobilienpräsenz kombiniert mit einer bestehenden Mitgliederbasis hat strategischen Wert. Auch dann, wenn der Betrieb selbst nicht optimal läuft. Käufer sehen in solchen Assets nicht das aktuelle P&L, sondern das Optimierungspotenzial.

Das Signal, das dieser Deal sendet, ist wichtig. Selbst distressed Assets können attraktive Akquisitionsziele sein, wenn die physische Infrastruktur und die Mitgliederdaten stimmen. Für gesunde, gut geführte Betriebe bedeutet das: Die Messlatte liegt nicht bei perfekter Profitabilität, sondern bei strategischer Verwertbarkeit.

Franchisee-Konsolidierung in Echtzeit: Das Crunch-Beispiel

Im Mai 2026 wurde bekannt, dass Fitness Ventures 22 Crunch-Clubs übernimmt. Dieser Deal ist kein Einzelfall, sondern eine direkte Umsetzung des Trends, den Houlihan Lokey bereits im Report beschrieben hat: Größere Franchisee-Gruppen schlucken kleinere oder underperformende Einheiten, um Skaleneffekte zu erzielen.

Die Logik dahinter ist simpel. Wer 22 Clubs statt vier betreibt, kann Einkaufskonditionen bündeln, Managementstrukturen straffen und operative Kosten pro Standort deutlich senken. Für den Verkäufer ist es oft der sauberste Exitweg aus einem Betrieb, der unter den eigenen Wachstumserwartungen geblieben ist.

Für dich als Betreiber ist das relevant, egal ob du selbst Franchisenehmer bist oder nicht. Konsolidierung bedeutet: Der Markt sortiert sich neu, und wer nicht aktiv gestaltet, wird passiv integriert. Fitness Ventures macht es vor. Andere werden folgen.

Welche Geschäftsmodelle jetzt Premium-Multiples erzielen

Die zentrale Frage für jeden Betreiber mit mittelfristigem Exit-Horizont lautet: Was bezahlen Käufer heute tatsächlich? Houlihan Lokey gibt eine klare Antwort. Die drei Kategorien mit den stärksten Bewertungsmultiples sind Krafttraining, Pilates und hybride Wellness-Konzepte.

Krafttraining profitiert von einem anhaltenden kulturellen Shift. Functional Training, powerbasierte Konzepte und gerätegestützte Strength-Studios sprechen eine zahlungskräftige Zielgruppe an und erzeugen hohe Mitgliedertreue. Pilates, insbesondere Reformer-basierte Formate, hat sich in den letzten Jahren von einem Nischenprodukt zu einem skalierbaren Boutique-Modell entwickelt. Und wer zusätzlich Nutrition, Recovery oder mentale Gesundheit integriert, schafft cross-selling-fähige Umsatzströme, die institutionelle Käufer besonders attraktiv finden.

PE-Firmen und strategische Acquirer suchen nicht nach dem günstigsten Gym um die Ecke. Sie suchen nach Konzepten mit klarer Positionierung, loyaler Mitgliedschaft und der Fähigkeit, auf mehrere Standorte repliziert zu werden. Wer heute noch keines dieser drei Themen in sein Angebot integriert hat, verliert Bewertungsrelevanz.

So bereitest du dein Business für einen Exit vor

Wenn du in den nächsten 24 bis 36 Monaten einen Verkauf oder eine Beteiligung in Betracht ziehst, gilt: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um die Grundlage zu legen. Nicht sechs Monate vor dem Deal-Prozess.

Institutionelle Käufer und PE-Firmen arbeiten mit klaren Bewertungsparametern. Zwei davon dominieren regelmäßig die Due-Diligence-Phase:

  • Recurring Revenue Percentage: Wie viel deines Umsatzes kommt aus wiederkehrenden Mitgliedschaften versus Einzelkäufen? Ein hoher Anteil stabiler, vertraglicher Einnahmen senkt das wahrgenommene Risiko und hebt den Multiplikator.
  • Member Lifetime Value (LTV): Was bringt ein durchschnittliches Mitglied über die gesamte Dauer seiner Mitgliedschaft? LTV ist ein direkter Proxy für die Stärke deines Produkts und deiner Retention-Strategie.
  • Revenue Mix: Zeig, dass du nicht von einer einzigen Umsatzquelle abhängig bist. Personal Training, Kursformate, Merchandise, Nutrition, Recovery-Services. Jede zusätzliche Säule reduziert das Klumpenrisiko.
  • Mitgliedschaftsdaten und Churn-Rate: Käufer wollen sehen, wie lange Mitglieder bleiben und warum sie gehen. Wer diese Daten nicht sauber trackt, kann sie in einem Verkaufsprozess nicht nutzen.

Das klingt nach viel Vorbereitung, aber der größte Fehler ist, diesen Prozess auf die lange Bank zu schieben. Bewertungen spiegeln historische Performance wider, nicht Zukunftsversprechen. Wer heute anfängt, sein Reporting zu professionalisieren und sein Angebot entlang der M&A-Trends zu schärfen, sitzt in zwei Jahren am stärkeren Verhandlungstisch.

Der Fitness-Markt konsolidiert sich schneller als je zuvor. Houlihan Lokey liefert mit seinem März-Report nicht nur eine Marktanalyse. Er ist ein Fahrplan. Für Käufer zeigt er, wo die attraktivsten Targets liegen. Für dich als Betreiber zeigt er, welche Entscheidungen du jetzt treffen musst, um auf der richtigen Seite dieses Prozesses zu stehen.