Salomon baut sein Einzelhandelsnetz massiv aus
Wer in den letzten Jahren nach Salomon-Schuhen gesucht hat, kennt das Problem: Die Auswahl war oft begrenzt, die Verfügbarkeit im stationären Handel lückenhaft. Das ändert sich 2026 grundlegend. Salomon treibt seine Retail-Expansion mit Nachdruck voran und setzt dabei auf ein Mix aus eigenen Stores, Shop-in-Shop-Konzepten und einem deutlich breiteren Wholesale-Netz.
Die Strategie ist klar: Weg vom Nischendasein im Fachhandel, hin zu einer echten Consumer Brand mit breitflächiger Präsenz. Salomon investiert gezielt in seine Direct-to-Consumer-Kanäle, darunter neue Flagship-Stores in europäischen Großstädten sowie eine deutlich ausgebautere Online-Infrastruktur. Für dich als Läuferin oder Läufer bedeutet das konkret: Du findest Salomon-Produkte künftig dort, wo du ohnehin einkaufst.
Besonders auffällig ist die Verschiebung im Road-Running-Segment. Salomon war lange vor allem als Trailrunning-Marke bekannt. Mit Modellen wie dem Aero Glide oder dem Spectur richtet sich die Marke jetzt auch gezielt an Straßenläufer und signalisiert damit, dass man den Wettbewerb auf allen Ebenen des Laufsports sucht.
Ein Markt unter Druck: Was die Konkurrenz dazu sagt
Salomon stößt in einen Markt, der sich ohnehin gerade neu sortiert. Brands wie On Running aus der Schweiz und Brooks aus den USA haben in den vergangenen Jahren gezeigt, wie man Premium-Laufschuhe mit starker Markenpersönlichkeit und breitem Vertrieb kombiniert. On Running erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von über 2 Milliarden Dollar und hat seinen Vertrieb radikal professionalisiert. Brooks hat sein bestes Quartal aller Zeiten gemeldet und sich als verlässliche Performance-Marke im gehobenen Segment etabliert.
Hinzu kommen Marken wie Hoka und New Balance, die ebenfalls aggressiv in den Trailrunning-Bereich expandieren. Der Kuchen wird also von immer mehr Spielern aufgeteilt. Salomon reagiert darauf nicht mit Rückzug, sondern mit Offensive. Die Marke setzt auf ihre jahrzehntelange Glaubwürdigkeit im alpinen Sport und versucht, dieses Vertrauen in ein breiteres Laufpublikum zu übersetzen.
Das erzeugt echten Wettbewerbsdruck. Wenn mehrere starke Marken gleichzeitig um dieselbe Zielgruppe kämpfen, nämlich leistungsorientierte Läuferinnen und Läufer, die bereit sind, zwischen 150 € und 220 € für einen guten Schuh auszugeben, dann verschiebt sich die Macht zwangsläufig ein Stück weit in Richtung der Konsumenten.
Was das konkret fur dich als Laufer bedeutet
Mehr Auswahl ist erstmal eine gute Nachricht. Wenn Salomon seine Distribution ausbaut, kannst du Schuhe wie den S/LAB Ultra oder die Speedcross-Linie künftig einfacher anprobieren und vergleichen, anstatt auf Bestellung oder spezialisierte Händler angewiesen zu sein. Gerade im Trailrunning, wo Passform und Bodenstruktur entscheidend sind, ist der direkte Zugang zum Produkt schwer zu ersetzen.
Dazu kommt der Preisdruck, den ein intensiverer Wettbewerb erzeugt. Das bedeutet nicht unbedingt, dass Laufschuhe plötzlich günstiger werden. Im Premium-Segment verteidigen Marken ihre Preispunkte hartnäckig. Aber es bedeutet, dass Promotions häufiger werden, Einsteiger-Modelle besser positioniert sind und die Marken mehr in Produktqualität investieren müssen, um ihre Preise zu rechtfertigen.
Konkret könnte das so aussehen:
- Mehr Testmöglichkeiten: Salomon-Modelle in mehr Laufläden und eigenen Stores verfügbar, mit kompetenter Beratung vor Ort
- Stärkere Einstiegsmodelle: Der Wettbewerb zwingt Marken, auch unterhalb von 150 € attraktive Optionen bereitzustellen
- Häufigere Sales und Aktionen: Wenn mehrere starke Marken konkurrieren, steigt die Frequenz von Rabatten auf Auslaufmodelle
- Schnellere Innovationszyklen: Wer nicht mithalten kann, verliert Regalplatz. Das treibt die Produktentwicklung an
Für ambitionierte Trailläufer, die bislang auf Marken wie Hoka Speedgoat oder Altra Olympus geschworen haben, lohnt sich ein neuer Blick auf das Salomon-Sortiment. Die Marke hat ihre Technologien in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt, und mit der neuen Verfügbarkeit entfällt eine der letzten echten Hürden.
Salomons Langzeitstrategie und was sie fur den Markt bedeutet
Hinter der Retail-Expansion steckt mehr als kurzfristiger Wachstumsdrang. Salomon gehört zu Amer Sports, dem finnischen Sportartikelkonzern, der seit dem Börsengang in New York Anfang 2024 unter erhöhtem Erwartungsdruck steht. Die Investoren wollen Wachstum sehen, und das bedeutet für Salomon: mehr Touchpoints, mehr Markenpräsenz, mehr direkter Kontakt zur Kundschaft.
Das ist eine Entwicklung, die den gesamten Laufsport-Markt verändert. Wenn ein Konzerngefüge wie Amer Sports entschieden hat, Salomon als Premium-Consumer-Brand zu positionieren, dann fließen Budgets in Branding, Sponsoring und Retail-Infrastruktur, die vorher nicht zur Verfügung standen. Arc'teryx als Schwestermarke hat vorgemacht, wie dieser Weg aussehen kann. Die Outdoor-Bekleidungsmarke hat sich in wenigen Jahren zur begehrtesten Premium-Marke in ihrem Segment entwickelt. Salomon will diesen Weg im Laufsport gehen.
Ob das gelingt, hängt nicht nur von Budgets ab. Im Laufsport entscheidet letztlich das Produkt. Ein Schuh, der nicht passt, der nicht funktioniert oder der im Vergleich zur Konkurrenz keine klare Stärke hat, lässt sich auch mit dem besten Retail-Konzept nicht dauerhaft verkaufen. Hier hat Salomon allerdings eine starke Ausgangslage: Die technische Glaubwürdigkeit der Marke ist intakt, die Produktlinien sind klar definiert, und das Design hat in den letzten Jahren auch außerhalb der Trailrunning-Community Fans gefunden.
Für dich als Läuferin oder Läufer ist das eine gute Ausgangssituation. Ein stärkerer Salomon im Markt bedeutet mehr Wettbewerb, mehr Auswahl und langfristig mehr Druck auf alle Marken, die besten Produkte zu liefern. Und wer angesichts des wachsenden Angebots den Überblick behalten möchte, findet im Guide zum richtigen Laufschuh 2026 finden ein klares Framework für die Entscheidung – das kommt am Ende auf der Straße und auf dem Trail an, wo es zählt.