Zwei Namen, die den Trail-Running-Herbst 2026 prägen werden
Die US Trail Running Conference hat ihre Keynote-Speaker für 2026 bekannt gegeben, und die Wahl könnte kaum symbolträchtiger sein. Am 8. September 2026 werden Craig Thornley und Sally McRae die Hauptbühne übernehmen. Beide stehen für unterschiedliche Seiten desselben Sports, und genau das macht ihre gemeinsame Präsenz so spannend.
Die Konferenz gilt als wichtigstes Branchentreffen für Trail-Running-Profis in den USA. Coaches, Rennveranstalter, Athleten und Ausrüster kommen hier zusammen, um über die Zukunft des Sports zu sprechen. Wer auf dieser Bühne spricht, setzt Themen. Und die Wahl von Thornley und McRae sagt viel darüber aus, wo der Sport gerade steht und wohin er sich bewegt.
Trail Running boomt. Die Teilnehmerzahlen bei Rennen aller Distanzen steigen seit Jahren. Neue Läuferinnen und Läufer entdecken die Berge, den Dreck und die Gemeinschaft, die diesen Sport ausmachen. Dass die Konferenz genau jetzt zwei Stimmen in den Mittelpunkt stellt, die für Struktur und Kultur gleichermaßen stehen, ist kein Zufall.
Craig Thornley: Was ein Rennleiter über den Sport weiß
Wenn du im Trail Running unterwegs bist, kennst du den Western States 100. Das 100-Meilen-Rennen durch die Sierra Nevada ist das älteste und bekannteste Ultramarathon-Rennen der Welt. Craig Thornley leitet dieses Rennen seit Jahren als Race Director und hat es durch eine Phase geführt, in der der Sport komplett gewachsen ist.
Was Thornley mitbringt, ist ein tiefes Verständnis für das Handwerk hinter großen Rennen. Streckenmanagement, Sicherheitskonzepte, Kommunikation mit Behörden, Umweltauflagen, die Betreuung von Tausenden Freiwilligen. Das klingt trocken, ist aber das Fundament, auf dem jedes erfolgreiche Trail-Rennen steht. Wer je an einem lokalen Trail-Rennen teilgenommen hat, das gut organisiert war, hat von dieser Arbeit profitiert, ohne es zu merken.
Sein Auftritt auf der Konferenz dürfte für alle relevant sein, die selbst Rennen organisieren oder das vorhaben. Aber auch für Athleten lohnt es sich zuzuhören. Zu verstehen, welche Entscheidungen hinter einem Rennen stecken, verändert den Blick auf den Sport. Und Thornley hat eine Art, diese Themen zugänglich zu machen, die selten ist bei jemandem mit so viel Erfahrung.
Sally McRae: Die Stimme, die mehr sagt als Ergebnisse
Sally McRae ist eine der sichtbarsten Persönlichkeiten im modernen Trail Running. Nicht nur wegen ihrer Leistungen auf der Strecke, sondern weil sie konsequent über Dinge spricht, über die viele lieber schweigen. Mentale Stärke, Rückschläge, Zugänglichkeit des Sports für Menschen, die sich in der klassischen Trail-Running-Ästhetik nicht wiederfinden.
McRae hat sich in den letzten Jahren als Stimme für Inklusion und mentale Resilienz etabliert. Sie arbeitet daran, den Sport für mehr Menschen erlebbar zu machen, nicht nur für jene, die schon die richtige Ausrüstung, die Zeit und den Zugang zur Natur haben. Diese Arbeit ist unbequem, weil sie ehrliche Fragen stellt. Genau deshalb ist sie wichtig.
Ihr Keynote-Auftritt wird mit Sicherheit weit über klassische Rennberichte hinausgehen. McRae ist jemand, der Athleten und Coaches gleichermaßen herausfordert, über die eigene Komfortzone nachzudenken. Nicht nur auf der Strecke, sondern im Umgang mit dem Sport und seiner Community. Wer ihren Podcast oder ihre Social-Media-Auftritte kennt, weiß, dass sie direkt, ehrlich und dabei nie belehrend ist.
Was diese Besetzung über die Zukunft des Sports sagt
Die Kombination aus Thornley und McRae ist kein Zufall. Die Konferenz sendet damit ein klares Signal: Trail Running muss auf zwei Ebenen gleichzeitig wachsen. Die Infrastruktur, also Rennen, Strecken, Organisationsstrukturen, muss mit der steigenden Nachfrage Schritt halten. Und die Kultur des Sports muss sich weiterentwickeln, wenn er wirklich für alle offen sein soll.
Das ist eine ehrliche Bestandsaufnahme. Trail Running hat in den letzten Jahren viele neue Gesichter gewonnen. Aber es gibt nach wie vor Barrieren, ob finanziell, geografisch oder kulturell. McRae spricht diese Barrieren an. Thornley zeigt, wie Strukturen gebaut werden, die mehr Menschen den Zugang ermöglichen. Zusammen decken sie das gesamte Spektrum ab, das der Sport gerade braucht.
Für alle, die zur Konferenz fahren, sei es als Veranstalter, Coach oder aktiver Athlet, sind diese beiden Keynotes ein Grund, die Veranstaltung ernst zu nehmen. Nicht als Pflichtprogramm, sondern als echte Möglichkeit, den eigenen Blick auf Trail Running zu schärfen. Die besten Konferenz-Momente entstehen, wenn jemand auf der Bühne etwas sagt, das du so noch nicht gedacht hast. Dafür stehen Thornley und McRae, ähnlich wie Athletinnen, die Trailrunning zugänglicher machen und den Sport nachhaltig verändern.
- Datum: 8. September 2026
- Veranstaltung: US Trail Running Conference
- Keynote Speaker: Craig Thornley und Sally McRae
- Craig Thornley: Race Director des Western States 100
- Sally McRae: Ultraläuferin und Advocatin für Inklusion und mentale Stärke im Trail Running