Ein Wochenende, 68 Ultraläufe. Und einer sticht heraus.
Am Wochenende des 19. September 2026 stehen in Nordamerika sage und schreibe 68 Ultramarathons auf dem Kalender. Von der Küste Kanadas bis in den tiefen Süden der USA laufen Tausende Athletinnen und Athleten gleichzeitig durch Wälder, Wüsten und Gebirge. Das ist kein Zufall. Das Spätsommer-Fenster gilt als eine der heißesten Phasen im Ultrasport-Jahr.
Doch während viele dieser Rennen in ihrer jeweiligen Region für Begeisterung sorgen, gibt es einen klaren Publikumsmagneten: den Run Rabbit Run 100 in Steamboat Springs, Colorado. Wer das Geschehen am Wochenende verfolgen will, der kommt an diesem Rennen nicht vorbei. Die Mischung aus spektakulärer Kulisse, starkem Teilnehmerfeld und einer Geschichte, die das Rennen im Laufe der Jahre aufgebaut hat, macht es zur Referenzveranstaltung des Wochenendes.
Egal ob du selbst läufst, eine Freundin anfeuern willst oder einfach als Fan das Renngeschehen verfolgst. Hier bekommst du alles, was du wissen musst.
Der Kurs: Steamboat Springs auf 100 Meilen
Steamboat Springs liegt auf rund 2.000 Metern über dem Meeresspiegel. Der Kurs des Run Rabbit Run 100 führt dich durch das Herz der Colorado Rocky Mountains und klettern dabei auf Höhen, bei denen selbst erfahrene Bergläufer zweimal durchatmen müssen. Die Summe der Höhenmeter ist gewaltig. Über die gesamte Distanz von 100 Meilen kommen je nach Verlauf mehrere tausend Höhenmeter Aufstieg zusammen.
Was den Kurs besonders macht, ist nicht nur die schiere Höhe. Es sind die langen Abschnitte oberhalb der Baumgrenze, die offenen Kammlagen im Wind und die technischen Trails, die präzises Treten verlangen. Wer hier läuft, muss mit wechselnden Wetterbedingungen rechnen. Selbst im September kann es in dieser Höhe nachts kalt werden, Gewitter können sich schnell aufbauen, und die Sonneneinstrahlung tagsüber ist brutal intensiv.
Die Route ist in mehrere Schleifen unterteilt, was bedeutet, dass Zuschauer und Crew die Läuferinnen und Läufer an bestimmten Punkten mehrfach sehen können. Das macht den Run Rabbit Run 100 auch für Familien und Supporter zu einem zugänglichen Erlebnis, trotz der abgelegenen Bergkulisse. Die wichtigsten Crew-Punkte und Aid Stations sind gut verteilt und bieten echte Möglichkeiten, Kraft zu tanken.
Community, Konkurrenz und das Besondere an diesem Rennen
Was den Run Rabbit Run von vielen anderen 100-Meilen-Rennen unterscheidet, ist die Atmosphäre. Das Rennen hat sich über die Jahre eine treue Gemeinde aufgebaut. Hier triffst du Eliteläufer, die um vorderen Platzierungen kämpfen, genauso wie Läuferinnen, die einfach das Ziel ist, es überhaupt ins Ziel zu schaffen. Diese Bandbreite ist selten und wertvoll.
Das Starterfeld ist bewusst durchmischt. Es gibt keine harte Zeitlimitbeschränkung, die nur schnelle Beine ins Feld lässt. Wer ordentlich trainiert hat und sich die Strecke zutraut, darf starten. Das sorgt dafür, dass der Run Rabbit Run keine elitäre Bubble ist, sondern ein echter Community-Run. Freiwillige, Aid-Station-Crews und Locals behandeln alle Finisher gleich, egal ob du nach 20 Stunden oder nach 36 Stunden ins Ziel läufst.
Steamboat Springs selbst trägt zum Gesamtbild bei. Die Stadt ist bekannt für ihre Ski-Saison im Winter, aber im Spätsommer gehört sie den Trailrunnern. Lokale Restaurants, Hotels und Cafés nehmen das Rennen als Teil ihres Stadtlebens an. Die Atmosphäre rund ums Rennen ist warm und einladend, man merkt, dass das hier nicht einfach eine externe Veranstaltung ist, sondern ein echter Teil der lokalen Identität.
Für wen ein Start beim Run Rabbit Run 100 in Frage kommt
Du denkst schon länger darüber nach, irgendwann die 100-Meilen-Distanz anzugehen? Der Run Rabbit Run ist ein guter Kandidat für deinen ersten oder zweiten Einstieg in diese Distanz. Nicht weil er leicht wäre. Ist er nicht. Aber weil das Rennen gut organisiert, gut betreut und in seiner Gemeinschaft außerordentlich unterstützend ist.
Wichtige Punkte, die du dir merken solltest, wenn du einen Start planst:
- Frühzeitig anmelden: Das Rennen füllt sich schnell. Die Startplätze für den Run Rabbit Run 100 sind begrenzt, und die Nachfrage wächst von Jahr zu Jahr. Wer auf Wartelisten landen will, der zögert zu lange.
- Höhenanpassung einplanen: Wenn du nicht in Colorado lebst, solltest du ein paar Tage vor dem Rennen anreisen, um deinen Körper an die Höhe zu gewöhnen. Mindestens zwei bis drei Tage sind sinnvoll, besser noch eine ganze Woche.
- Crew und Pacer frühzeitig organisieren: Das Rennen erlaubt Pacer ab einem bestimmten Punkt in der Strecke. Wer die Möglichkeit hat, sich Unterstützung zu holen, sollte das nutzen. In der Nacht und in den späten Meilen ist das ein echter Unterschied.
- Wetterfestes Gear mitbringen: Auch wenn der September in Steamboat oft schön ist, musst du auf Regen, Wind und Kälte vorbereitet sein. Eine gute Regenjacke und Handschuhe gehören in dein Drop Bag.
- Kosten im Blick behalten: Das Startgeld für Rennen dieser Kategorie liegt in der Regel im Bereich von $200 bis $400, je nach Anmeldezeitpunkt. Dazu kommen Reise, Unterkunft in Steamboat und die Ausrüstung. Wer früh plant, spart deutlich.
Das Wichtigste ist der Respekt vor der Distanz und dem Terrain. Der Run Rabbit Run 100 ist kein Lauf, den du mal eben mit ein paar langen Trainingswochen angehst. Er verlangt monatelange gezielte Vorbereitung für Höhentrails, gute Kenntnisse über Ernährung und Selbstfürsorge im Rennen sowie ein ehrliches Bewusstsein für deine eigenen Grenzen.
Wer das mitbringt, den erwartet eines der schönsten und erfüllendsten Rennerlebnisse, die der nordamerikanische Ultramarathon-Kalender zu bieten hat. Das Zieleinlaufen in Steamboat Springs, egal zu welcher Stunde, bleibt im Gedächtnis. Das hört man von allen, die es geschafft haben. Wer sich beim richtigen Herbstrennen entscheiden will, findet hier einen verlässlichen Orientierungspunkt.