Running

Wasatch Front 100 2026: Stewart und Ostaszewski siegen

Kevin Stewart (21:34 h) und Sarah Ostaszewski (23:47 h) gewinnen den Wasatch Front 100 Mile am 13./14. September 2026.

Ultramarathon runner mid-stride on a rugged Wasatch mountain trail at golden hour.

Kevin Stewart und Sarah Ostaszewski dominieren den Wasatch Front 100

Das Wochenende vom 13. und 14. September 2026 wird in der Ultramarathon-Welt noch lange in Erinnerung bleiben. Beim Wasatch Front 100 Mile in den Wasatch Mountains von Utah lieferten Kevin Stewart und Sarah Ostaszewski Leistungen ab, die den Lauf sofort in die Schlagzeilen katapultierten.

Kevin Stewart lief die anspruchsvolle 100-Meilen-Strecke mit über 6.700 Höhenmetern in beeindruckenden 21:34 Stunden und verwies damit seine Konkurrenz deutlich auf die Plätze. Sein Rennen war von Beginn an klug aufgeteilt: Geduldig in den ersten Stunden, aggressiv ab Meile 60. Eine Taktik, die aufging.

Auf der Damenseite zeigte Sarah Ostaszewski eine ebenso souveräne Vorstellung. Mit einer Zielzeit von 23:47 Stunden überquerte sie die Ziellinie als erste Frau und distanzierte die Zweitplatzierte um mehr als 40 Minuten. Für Ostaszewski ist es der größte Sieg ihrer bisherigen Karriere. Ein Statement zur richtigen Zeit.

The Rut Mountain Runs sorgen für einen vollgepackten Ultra-Kalender

Während in Utah der Wasatch Front 100 seine Sieger feierte, fand zeitgleich in Big Sky, Montana, ein weiteres Highlight des Herbstkalenders statt. The Rut Mountain Runs zogen erneut die besten Berglauf- und Ultraathleten der Welt an und sorgten dafür, dass das Wochenende für die Szene regelrecht überwältigend war.

Dieses Zusammentreffen zweier großer Events am selben Wochenende zeigt, wie dicht der nordamerikanische Ultra-Kalender mittlerweile besetzt ist. Für viele Athleten bedeutete das eine schwierige Entscheidung: Wasatch oder The Rut. Die Startfelder beider Rennen litten leicht darunter, aber die Qualität an der Spitze blieb außergewöhnlich hoch.

Besonders spannend war zu beobachten, wie sich das Rennen beim Rut auf die Gesamtrankings der Ultrasaison auswirkte. Mehrere Top-Athleten, die in Big Sky an den Start gingen, hatten zuvor in Leadville oder beim Western States 100 gepunktet. Das macht die Auswertung der Herbstranglisten in diesem Jahr zu einer echten Herausforderung für die Analysten.

Neue Distanzen debütieren: 58k und 28k sorgen für frischen Wind

Neben den etablierten Rennen war das Wochenende auch deshalb besonders, weil gleich zwei neue Formate ihre Premiere feierten. Eine 58-Kilometer- und eine 28-Kilometer-Distanz wurden erstmals ausgetragen und stießen auf begeisterte Resonanz. Die Startplätze waren in kürzester Zeit vergriffen gewesen.

Die 58k-Distanz richtet sich klar an Läuferinnen und Läufer, die den Sprung in den Ultra-Bereich wagen wollen, ohne gleich mit 100 Meilen zu beginnen. Das Format ist international bereits gut etabliert, in den Wasatch-Bergen aber neu. Die erste Ausgabe verlief organisatorisch reibungslos, die Feedbackrunden der Teilnehmer waren überwältigend positiv.

Die 28k hingegen sprach eine breitere Zielgruppe an: ambitionierte Trailrunner, die noch keine Ultra-Erfahrung mitbringen, aber alpine Anforderungen suchen. Mit über 1.800 Höhenmetern war die Strecke alles andere als ein Spaziergang. Das Debüt beider Distanzen signalisiert klar, dass der Veranstalter die Ultramarathon-Community langfristig vergrößern will. Ein kluger Schachzug.

Zeiten, Highlights und was die Ergebnisse für die Herbst-Rankings bedeuten

Werfen wir einen genaueren Blick auf die wichtigsten Ergebnisse des Wochenendes. Beim Wasatch Front 100 Mile stellten sich die Top-Platzierungen wie folgt dar:

  • Kevin Stewart (1. Platz, Herren): 21:34 Stunden
  • Marcus DeHaan (2. Platz, Herren): 22:19 Stunden
  • Tyler Rhoades (3. Platz, Herren): 22:51 Stunden
  • Sarah Ostaszewski (1. Platz, Damen): 23:47 Stunden
  • Brenna Kauf (2. Platz, Damen): 24:31 Stunden
  • Megan Callister (3. Platz, Damen): 25:08 Stunden

Stewarts Zeit ist nicht nur bemerkenswert, sie ist die schnellste Herren-Siegerzeit beim Wasatch Front 100 seit vier Jahren. Für ihn bedeutet dieser Sieg einen enormen Schub in der Ultra-Trail-World-Tour-Wertung. Mit diesem Ergebnis schiebt er sich in die Top 10 der globalen Rangliste und macht sich zum ernsthaften Kandidaten für die Jahreswertung.

Ostaszewskis Sieg hat eine ähnliche Signalwirkung. Sie hatte in der ersten Hälfte der Saison mit einer Verletzung zu kämpfen und galt nicht als Favoritin. Umso eindrucksvoller ist ihre Leistung. Für die kommenden Herbstrennen, darunter der Black Canyon 100k im Oktober und der Javelina Jundred im November, dürfte sie nun ganz oben auf der Beobachtungsliste stehen.

Was bedeuten diese Ergebnisse für den Rest der Saison? Der Ultra-Herbst 2026 wird spannend. Mit Stewart und Ostaszewski als frischen Wasatch-Siegern, dazu die Rut-Ergebnisse aus Montana, entsteht ein dichtes Punktefeld in den Rankings. Wer am Ende der Saison ganz oben steht, hängt auch davon ab, wer sich die richtige Mischung aus gezieltem Training und Regeneration gönnt. Die Weichen sind gestellt.